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Dürrmaul mit St.Veit-Zeche



Dürrmaul (525 m), mundartlich: Dirmal, an den sich verflachenden Ausläufern des mächtigen Tillenberges (939 m) gelegen, ist eine deutsche Gründung. Das große Straßendorf an der alten Reichsstraße Pilsen - Eger, liegt etwa 3 Km südlich von Marienbad und hatte im Jahre 1788 schon 70 Häuser und 1896 121 Häuser mit 920 Einwohnern. Der Ort vergrößerte sich zusehends und hatte zum Zeitpunkt der Vertreibung mit dem Ortsteil St.Veit-Zeche, Schafhütten, Herrenberg und Gottelmühle 250 Häuser und 1450 Einwohner (1932: 1126 Einwohner, davon 11 Tschechen). Dürrmaul verfügte über eine Gemarkungsfläche von 685 ha. Behörden und Handwerker am Ort. Pfarre und katholische Kirche in Neudorf bei Kuttenplan. Neben der guten Lage an verkehrsreichen Straßen hatte Dürrmaul Anschluss an das Schienennetz in Marienbad.

Die deutschen Siedler, die ihrem Siedlungsort DÜRRMAUL (1479 DURMAUL, 1537 DIRMAUL, 1579 dann DÜRRMAUL) den Namen gaben, standen hierbei sicherlich in alter Siedlungstradition, von der man sagte: Der ersten Generation den Tod, der zweiten Generation die Not, der dritten Generation das Brot. Was deutlich machte, dass Not (Dürre - Dürre Mäuler - Dürrmaul) bei dieser Namensgebung Pate stand.

Die Gründungsgeschichte der Siedlung Dürrmaul liegt noch im zeitlichen Dunkel. Eine alte Nachricht über einen Siedlungsort stammt aus dem Jahre 1366. Als erster Besitzer wird 1460 Kaspar aus dem Rittergeschlecht der Fras erwähnt, wenngleich eine andere Dokumentation das Jahr 1479 als Erstnennung angibt. Urkundlich nachweisbar wird 1525 Wilhelm von Obernberg als Besitzer von Dürrmaul genannt. Es folgte eine Reihe von Besitzern bis hin zum Jahre 1674 als Hans Wilhelm von Haimhausen auf Kuttenplan das Dorf Dürrmaul für 9.500 fl, rh. und 150 fl. Schlüsselgeld erwarb.
Bei dieser Herrschaft blieb Dürrmaul bis zur Aufhebung des Untertanenverhältnisses (1848). Seit 1850 gehörte Dürrmaul zum Bezirk Plan, bis es 1939 dem Landkreis Marienbad zugeordnet wurde.

Dürrmaul, an der alten Heerstraße gelegen, hatte während aller Kriege durch die Truppendurchmärsche von Freund und Feind sehr viel zu leiden. Unendliches Leid brachten auch die immer wiederkehrenden Brände.

Im Laufe der Zeit wuchs Dürrmaul zu einer anschaulichen Gemeinde heran, in der alles Leben seinen Gang ging. Jeder hatte sein Auskommen. Bauern und Handwerker sorgten für Arbeitsstellen, ebenso der nahe Weltkurort Marienbad. Die fünfklassige Schule im Ort sorgte für einen geordneten Bildungsstand. Vereine und Zusammenschlüsse sorgten für die Festigung althergebrachter Traditionen, hüteten das Volksgut.

Die beiden großen Kriege forderten große Opfer. So waren im Ersten Weltkrieg 61 Kriegsopfer zu beklagen, für die 1924 eine Gedächtniskapelle errichtet wurde. Im Zweiten Weltkrieg waren es 98 Gefallene und Vermisste.

Das Kriegsende brachte den Verlust der angestammten Heimat. Beginnend ab dem 23. Feber 1946 wurden mittels 22 Vertreibungstransporten die Dürrmauler aus ihrer Heimat - von Haus und Hof - vertrieben.


Sankt-Veit-Zeche, der zur Gemeinde Dürrmaul gehörende Ortsteil, am Fuße des Zechberges gelegen, zählte 22 Häuser und hatte 1932 48 deutsche Einwohner. Zur Kuttenplaner Herrschaft (17. und 18. Jahrhundert) gehörend, wurde in der Zeche Kupfererz gewonnen, das im nahen Schmelzthal verhüttet wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg unternommene Versuche das „ersoffene“ Bergwerk wieder in Gang zu bringen, waren erfolglos.

In den beiden Weltkriegen, so auch in der Zeit der Vertreibung aller Deutschen erlitten die Einwohner des Ortsteiles St.-Veit-Zeche das gleiche Schicksal wie die Dürrmauler. 1950 fiel der Ortsteil unter den Militärbezirk und ging unter.


Edwin Kapitz


Benutzte Quellen:

-    Heimatkreis Plan-Weseritz eV: „Über Grenzen hinweg“, Selbstverlag, Geisenfeld 1964, Seite 
     375 - 381
-    Heimatverband der Marienbader Stadt und Land eV: „Marienbad“, Band II, Staudt-Druck 
     KG, Geisenfeld 1977, Seite 190 - 209.
-    Prof. Ernst Pohl: „Ortslexikon Sudetenland“, Helmut Preußler Verlag. Nürnberg 1987, Seite
     121, ISBN 3-925362-47-9.
-    Baxa/Novotna/Prasil: „Plan und Umgebung auf alten Ansichtskarten“, Verlag Ing. Vaclaw
     Baxa, Hostivice 2006, Seite 73 - 75, ISBN 80-86914-14-3.
-    Ralf Heimrath: „Hinter Berg und Eiche“, Dr. Bernd Wißner, Augsburg 1994, Seite 42, ISBN
     3-928898-46-9.
-    Josef Hacker: „Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Plan“, Südostdeutsche 
     Forschungen,  Heft 1 München 1938, Seite 121 - 144.


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