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Gamnitz mit Neusorg und Lihn


Gamnitz liegt 479 m hoch im südlichen Teil des Gerichtbezirkes Plan und bildete mit Neusorg und Lihn zusammen eine politische Gemeinde. Die Kirche, der Friedhof und ab 1938 auch das Standesamt waren in Tissa, Post- und  Bahnstation in Altzedlisch. Die Gemeinde gehörte zum Bezirk Plan und nach 1938 zum Kreis Tachau. Das Katasterausmaß betrug 727 ha. Die Gemeinde zählte 52 Häuser mit 242 Einwohnern, davon hatte Gamnitz 25 Häuser und 124 Einwohner, Neusorg 16 Häuser und 17 Einwohner, Lihn 11 Häuser und 48 Einwohner.

Die Bevölkerung lebte überwiegende von der Landwirtschaft. Es gab 8 Kleinlandwirte mit etwa 6 ha Grundbesitz, 2 kleinbäuerliche Betriebe mit 6-10 ha, 2 mittelbäuerliche hatten 10-20 ha und 6 Bauern bewirtschafteten je über 20 ha. Der Meierhof gehörte früher der Herrschaft in Plan. Durch die Gründung der Tschechoslowakei 1918 und die nachfolgende Bodenreform wurden die Grafen und Fürsten enteignet. Der Meierhof wurde einem Kriegsveteranen des 1. Weltkrieges geschenkt. Er wirtschaftete das Gut herunter und zündete es 1931 an. Er selbst erschoss sich. Erst 2 Jahre später baute ein tschechischer Nachfolger den Hof wieder auf. Von 1938 bis 1945 wurde der Hof von einem deutschen Verwalter geführt und fiel dann wieder an den tschechischen Eigentümer.

In der Gemeinde gab es insgesamt 19 Teiche, die zum Teil der Herrschaft in Plan, der Gemeinde oder einzelnen Bauern gehörten. Der größte, der Große Gamnitzer Teich, hatte etwa 19 ha. Die Teiche wurden regelmäßig befischt und dienten der Zucht von Karpfen, Schleien, Hechten und Barschen.

Das Schulhaus mit Lehrerwohnung für die einklassige Schule wurde 1890 erbaut. 1928 wurde die neue Dorfkapelle errichtet und ein Jahr später geweiht. Vorher stand dort ein hölzerner Glockenturm.

Im ersten Weltkrieg hatten Gamnitz und Lihn keine Kriegsverluste, während Neusorg 7 Gefallene beklagte. Im zweiten Weltkrieg erlitten aus Gamnitz 12, aus Lihn 3 und aus Neusorg 10 Ortsangehörige den Soldatentod. Als die Amerikaner Ende April 1945 das Gemeindegebiet besetzten, wurde Gamnitz aus Richtung Tissa von amerikanischer Artillerie beschossen. Dabei fand Marie Wenisch durch Granatsplitter den Tod.

Im  Zuge der Vertreibung kamen die Dorfbewohner nach Bayern, Hessen und in die Sowjetzone. Zurück blieb nur Frau Anna Stangel aus Neusorg und Frau Margareta Dietl, die später mit ihren 2 Kindern nach Gamnitz und Tachau zog. Ein Sohn (Willi) lebt heute (2010) noch in Gamnitz.

Ein Großteil der Häuser ist verfallen und abgerissen, es wurden aber auch neue Gebäude erstellt. Die Felder wurden zusammengelegt und vom Meierhof aus bewirtschaftet. Einige Teiche sind heute zugewachsen. In Lihn und Neusorg ist der Verfall am größten. Von der einst blühenden Landschaft und den gepflegten Dörfern ist leider nicht mehr viel zu sehen.

 

Verfasser: Gemeindebetreuer Josef Roth, Vogelsang 13, 35630 Ehringshausen


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