Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Khoau



Khoau (520 m NN) führte nicht immer diesen merkwürdigen Namen. Im Jahre 1569 hieß es GEHAGK, 1582 GEHAU (Gehai=Gehege=Schonung). Das Dorf liegt 5 km nordwestlich von Plan an den Bezirksstraßen Kuttenplan-Mähring und Plan-Khoau in einer sanft abfallenden Mulde. Zur Gemeinde gehörten die Ortsteile Khoaumühle, Weißmühle und das Hegerhaus (ehem. Fasanerie), zusammen 42 Häuser und 345 Einwohner. Post- und Bahnamt in Kuttenplan, Kirche, Pfarrei und Standesamt in Hinterkotten, Schule im Ort. Die Gemarkung betrug 203 ha.

Khoau war einst Rittersitz und gehörte wie die Nachbargemeinden zum Chodenschloß Tachau. 1620 erwarb Theodor von Haimhausen das Gut. Seit dieser Zeit blieb Khoau der Herrschaft Kuttenplan unterstellt. Gebäudeteile vom Meierhof und der Schafferwohnung, sowie Mauerreste im Haus Nr.4 am Schloßberg geben Zeugnis davon.  Khoau bildete früher mit Hinterkotten eine Ortsgemeinde, ist jedoch seit 1886 selbstständig.

Die Hauptbeschäftigung der Bewohner war Ackerbau und Viehzucht. Nebenher wurde auch Handel und Handwerk betrieben. So gab es Schuster, Schneider, Zimmerleute, Pumpenbauer, Maurer, Tischler, Wagner, Schmiede, ein Gasthaus und einen Kaufladen.
Ein Kranz schöner Obstgärten umrahmte das Dorf. Der Ackerboden war fruchtbar und brachte bei sachkundiger Pflege gute Erträge. Kleinere Waldflächen waren im Privatbesitz. Ab 1919 erhielt die Gemeinde von der Khoaumühle aus elektrischen Strom. Die Wasserversorgung geschah durch hofeigene Brunnen. Den Schloß-, Dorf-, Weinrösl-,Hölzel-, großer und kleiner Neuteich, benützte man zur Fischzucht. Alljährlich am Kirchweihsamstag wurden viele Kilo Karpfen verteilt.

Khoau war von 1820 bis 1869 eine Schulexpositur von Hinterkotten, ab 1869 bis 1899 gab es eine eigene einklassige Volksschule im Haus Nr.10. Im Jahre 1899 ließ Graf Hans Ernst von Berchem-Haimhausen am Ortsausgang inmitten eines schön angelegten, parkähnlichen Gartens ein neues Schulgebäude mit Turnhalle und Lehrerwohnung erbauen, das er mit einer Schülerbücherei und neuesten, naturgeschichtlichen und physikalischen Materialien ausstattete. Gute Lehrkräfte prägten Generationen von Schülern.

Am Westausgang stand die 1777 erbaute und der Mutter Gottes geweihte Kapelle, beschützt von einer jahrhundertealten, prächtigen Linde, das einzige sakrale Gebäude, ein Wahrzeichen von Khoau. Im Jahre 1926 wurde die Kapelle renoviert, der Platz eingezäunt und zu einer Heldengedenkstätte für die im Weltkrieg Gefallenen würdig gestaltet. Khoau hatte im 1.Weltkrieg 7 und im 2.Weltkrieg 22 Gefallene und Vermisste zu beklagen.
Im Ort gab es: Freiwillige Feuerwehr, Landwirtschaftlicher und Tierzuchtverein, Obstbauverein, Ortsgruppe des Bundes der Deutschen, Deutscher Kulturverband, Deutsche Landjugend und einen Raiffeisenverband. Das Ortsfest wurde am Sonntag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, dem sogenannten Korntag, gefeiert.
Im Zuge der Vertreibung 1946 kamen die Khoauer nach Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und in die sowjetische Besatzungszone.

Verfasser:   Ernst Staidl

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