Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Naketendörflas




510 m ü.M., Schule im Ort, Kirche in Bruck, Postamt und Bahnstation Plan, Standesamt in Untergodrisch.  Gesamtfläche 632 ha.
Naketendörflas liegt an der schon in alter Zeit angelegten Straße Plan-Tachau.  Seine Entstehungsgeschichte ist in Dunkel gehüllt. Soweit sie sich zurückverfolgen lässt, stand der ritterliche Inhaber des Ortes in einem Lehensverhältnis zu Burg Tachau. Naketendörflas gehörte daher nur mittelbar, und zwar als Tachauer Burglehen, zur Herrschaft Plan. An das Chodenschloß Tachau war eine Art Anerkennungszins zu zahlen.
Der Ort unterstand 1540 dem Andreas und 1567 dem Siegmund „auf Schönbrunn (bei Tachau) und Naketendörflas“.  Beide gehörten zum Adelsgeschlecht „derer von Trautenberg“. Um 1606 bis 1609 waren Georg von Trautenberg und seine Gemahlin Besitzer der Herrschaft. Im Streit zwischen Ferdinand II. und Friedrich V. („dem Winterkönig“) stellte sich Georg von Trautenberg auf die Seite Friedrichs. Zur Strafe wurde Naketendörflas nach seinem Tode (1625) eingezogen, 1628 aber den Söhnen von Georgs Bruder wieder überlassen. Für sie waren auf dem Besitztum Naketendörflas 6.000 Sch. sichergestellt gewesen. Sie mussten allerdings die seinerzeit für eine eventuelle Begnadigung festgesetzte Buße von 800 fl. rh. zahlen.
Am 23.Dezember 1641 bezeugten der Planer Bürgermeister Georg Erlmann und der Stadtschreiber Poliosander, dass dem Leutnant Christof von Waldenfels das Gut Naketendörflas von den Brüdern Trautenberg  um 6.000 fl. rh. verkauft , dass dieser Kauf aber rückgängig gemacht wurde, weil Waldenfels nur 5.000 fl. aufbrachte.
1665 wird Friedrich von Trautenberg als Besitzer genannt. Ihm folgten Wolfgang Joachim Ernst und Friedrich Kasimir. Nach des letzteren Tode fiel das Gut seiner Witwe Helene (gest. 1740) zu. 1749 erwarb Joh.Wenzel, Freiherr auf Seeberg, die Herrschaft um 50.000 fl.rh.  Ihm folgte Liebmann Kasimir von Beust (Peust). Im Jahre 1753 wird Kasimirs Witwe Wilhelmine, geb. Zedwitz, als Besitzerin genannt.
Spätere Besitzer waren: Marg. Gräfin Zucker, geb. von Wunschwitz,  Herula Eva Pergler von Perglas (1761),  Josef Radowsky  Freiherr von Hurstizan (1771)  und sein Sohn Joh. Anton. 1772 wurde das Gut mit 44.000 fl. bewertet, es hatte einen Reinertrag von 1.764 fl. jährlich. Im Besitz des Gutes lösten nun einander ab: Marg. Elisabeth von Schirnding (1788),  Franz Maschauer (1800),  Franz Gradl  (1804),  Wenzel Rilke, ab 1806 Prokop Klaudny, Zacharias Gradl (nach einem Rechtsstreit 1836), der das Gut 1848 an den Grafen Nostitz in Plan verkaufte.  Dieser fügte es seinem Fideikommiss ein. Am 4. April 1848 übertrug das Pilsner Kreisamt die Gerichtsbarkeit des Gutes Naketendörflas, die der Planer Magistrat provisorisch innehatte, an das Ober-und Justizamt der Herrschaft Plan.
Im Zuge der tschechoslowakischen  Bodenreform nach dem ersten Weltkrieg wurde der größte Teil des Gutes mit dem Schloss an die Brüder Inf. Karl und Wilhelm Egerer durch den Grafen Nostitz verkauft (1926). Das Forsthaus, der Tiergarten und alle Teiche blieben im Besitz des Grafen. Er verkaufte aber auch diese einige Jahre später an den Industriellen Jos. J. Hossner aus Gablonz.
Zu Naketendörflas gehörte auch die Einschicht „Rabennest“ (Meierhof mit Bräuhaus auf 25 Eimer, das später in eine Knochen – und Lupinendämpferei und noch später in eine Spiritusbrennerei umgebaut wurde). Das Bräuhaus und die benachbarte Flachsröste brannten in den achtziger Jahren ab. Die Liegenschaft „Rabennest“ erhielt der ehemalige Gutsschaffer Svab als Pensionsabfertigung. Das Finsterholz mit Herrgottsteich (Ausmaß 29 ha), zwischen Kuh- und Karlsmühle gelegen, kaufte mit Zustimmung des staatlichen Bodenamtes eine aus 33 Naketendörflaser Landwirten bestehende Waldvereinigung für 285.000 Kc.
Zu Naketendörflas gehörten auch die oben erwähnten Mühlen, die Kuh- und Karlsmühle (im Volksmunde „Kusenmühle“ genannt).
Naketendörflas hatte 1788  53 Anwesen, im Jahre 1827  67 Anwesen mit 402 Einwohnern, 1884  75 mit 391, 1926  82 mit 480 und 1945  83 Anwesen mit 370 Einwohnern.

Quellen: Heimatbuch „Über Grenzen hinweg“


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