Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Oberdorf




630 m ü.M., Gesamtfläche 252 ha. Schule im Ort, Kirche und Standesamt in Neudorf, Post und Bahnstation Kuttenplan.
Oberdorf liegt am Fuße des 650 m hohen Kühberges. Es ist eine Reihensiedlung und entstand zur gleichen Zeit wie Neudorf bei Kuttenplan, also schon vor 1331. Man nannte es deshalb das „Obere Dorf“ (von Neudorf aus gesehen). Drei seiner Höfe gehörten einst zum Tachauer Chodenschloss. Es handelte sich um Chodenbauern, deren Zugehörigkeit zu diesem Schloss erstmals 1523 beurkundet ist. Die Urkunde erwähnt einen Wilhelm von Obenberg auf Dürrmaul und Oberndorf. Spätere Grundherren waren Hans Sebastian von Rabitzer und Bartl von Schirnding zu Oberdorf. Die ihnen zinspflichtigen Bauern hatten laut Tachauer Schlossurbar in den Jahren 1554 und 1605 zu Martini 10 Öhl Holzhaber und 5 Holzhennen zu leisten, wofür ihnen vom Herrschaftsamte 5 Gr. 1 Den, zu zahlen waren.
1788 gehörten von 38 Höfen 3 Höfe zum Chodenschloss Tachau, 4 zur Herrschaft Kuttenplan, der Rest zur Herrschaft Plan.
Die Oberdorfer besaßen auch Grundbesitz in Hinterkotten (63 ha) und Neudorf (9 ha). Von 61 ha Wald auf dem Gemeindegebiet waren 52 ha sogenannter Gemeindewald, der im Grundbuch auf 21 Besitzer eingetragen war.  Sie hatten gemeinsam das Nutzungsrecht, waren aber verpflichtet, den Wald zu hegen und alle Ausgaben der Gemeinde zu tragen. Im Zuge der tschechischen Bodenreform ging der Wald 1921 in den Besitz der Gemeinde über. Der Ertrag kam nunmehr allen Ortsbewohnern zugute, es hatten sich aber auch alle an der Aufbringung der Gemeindeumlage zu beteiligen.
Oberdorfs Bewohner lebten fast ausschließlich von der Landwirtschaft, auch die Gewerbetreibenden (2 Tischler, 2 Schneider, 1 Dorfschmied und 1 Kaufmann) waren nebenberuflich Landwirte. Der nahe Weltkurort Marienbad bot besonders der jüngeren Generation Beschäftigung und guten Verdienst als Kellner, Hausmeister, Stubenmädchen u.a.
Im Jahre 1912 bekam Oberdorf elektrischen Strom als Licht- und Kraftquelle. Das Nutz- und Trinkwasser lieferten 2 Gemeinde- und 23 private Brunnen. Zwei Teiche, der Schmied- und der Dorfteich, waren Wasserspeicher für Brandbekämpfung. In Oberdorf war seit 1902 eine Freiwillige Feuerwehr, die im Jahre 1937 eine moderne Motorspritze erhielt. Der kleine Ort hatte auch einen Gesangsverein.
Von den im Ersten Weltkrieg eingerückten Oberdorfern fielen und starben 12, im Zweiten Weltkrieg 15 Einwohner. Ein schönes in einer Grünanlage errichtetes Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkrieges gibt Zeugnis von der Pietät der Oberdorfer.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte der Bewohnerschaft die Verschleppung zur Zwangsarbeit im Innern Böhmens, KZ, Gefängnis, nicht abreißende Hausdurchsuchungen und Plünderungen durch die Tschechen.
Der Ort war seit seinem Entstehen rein deutsch.
Die Fluren trugen im Jahre 1713 folgende Bezeichnungen: Im Voglladl, Khüegwirg, in der Lolgwing, in Lohl, in Eißenbeindt, in Dreiackern, Hofacker, Stockgwirg, Gwirg, Stübing-gwirg, in Mühler, in Bablak. Im Jahre 1719: Kühberg, Mühlerl, steinig Gwirg, Lustl, Spitzgehrn, Hanowitzer, Eisenlust, Lahl, Seindling, Hannawies, in Leiten, lange Loh. Wiesen: Heybach, Peint, Balaschowitzer, Rang, Eisenlust, („Gwirg“ dürfte mit „quer“, d.i. Querlage der Felder, in Verbindung zu bringen sein)

Quelle: Heimatbuch  „Über Grenzen hinweg“.


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