Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Obergodrisch



Obergodrisch, das kleine, schmucke Angerdorf auf der freien Anhöhe (520 m) zwischen Plan und Heiligenkreuz, dessen Höfe im Gleichmaß beidseitig der Straße aufgeführt waren, zwingt zur Annahme, dass dieser Ort von deutschen Siedlern angelegt wurde. Vielleicht auch nach vorangegangener Zerstörung einer Erstsiedelung, von der die Historie keine Kunde gibt. Auch nicht darüber, woher eventuell diese ersten Siedler kamen.
Gesichert ist eine Auskunft, dass zur Zeit der Hussitenkriege am 11. August 1427 die Stadt Tachau von den Hussiten niedergebrannt und alle zur Burg Tachau gehörenden Güter verwüstet wurden. Obergodrisch war damals ein Lehen des Chodenschlosses Tachau. So besteht die berechtigte Annahme, dass Obergodrisch – etwa um 1431 – nach seiner völligen Zerstörung nach deutscher Art neu angelegt wurde.

Liegen die Erstanfänge des Ortes noch im Dunkeln der Geschichte, so ist in einer Steuerrolle aus dem Jahre 1379 ein Dorf mit der Bezeichnung „GADRUZ SUPERIOR“ erwähnt und dass Humprecht von Gottschau daselbst eine herrschaftliche Feldmark besaß. Über die Bewohner dieses Dorfes jedoch schweigt diese amtliche Verlautbarung. 1517 kennt man die Ortsbezeichnung CZIECCKE JADRUSSY, 1552 ZUR BEHEMISCHEN GODRITSCH; erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts festigte sich die deutsche Ortsbezeichnung OBERGODRISCH.

Obergodrisch, in ferner Zeit wahrscheinlich eine von Chodenbauern bewohnte Siedlung, war als Rittersitz ein Tachauer Burglehen. Ein Meierhof und 12 Bauernhöfe bildeten den Anfang, deren Besitzer die Herren von Trautenberg waren. Der letzte Ritter auf OBERGODRISCH, Georg von Trautenberg, starb 1625.
1628 ging der Besitz durch Kauf an den Grafen Heinrich Schlick auf Plan über. Hier verblieb er bis in das Jahr 1848.

Mit der Zeit wächst Obergodrisch, das ländliche Schmuckstück im Bezirk PLAN, in dem Bauern, Handwerker und Arbeiter um das Werden und Ansehen ihres Dorfes wetteiferten. Kirche und Schule im Ort sorgten für eine traditionelle Einbindung der Ortsbewohner. Eine mögliche Verbindung zur „Außenwelt“ stellten die nahen Bahnstationen Kuttenplan und Plan sicher. Die 21 Häuser im Jahre 1771 waren 1945 auf 32 mit 192 Einwohnern angewachsen.

Obgleich beide Weltkriege Menschenopfer forderten, stellte die Vertreibung aus der angestammten Heimat im Jahre 1946 den härtesten Schicksalsschlag für die erd- und heimatverwurzelten Obergodrischer dar.


Edwin Kapitz


Benutzte Quellen:

  • Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.: „Über Grenzen hinweg“, Selbstverlag, Geisenfeld 1964, Seite 460 - 462.
  • Prof. Ernst Pohl: „Ortslexikon Sudetenland“, Helmut Preußler Verlag, Nürnberg 1987, Seite 396, ISBN: 3-925362-47-9.
  • Baxa/Novotna/Prasil: „Plan und Umgebung auf alten Ansichtskarten“, Verlag Ing. Vaclaw Baxa, Hostivice 2006, Seite 78 - 80, ISBN: 80-86914-14-3.
  • Ralf Heimrath: „Hinter Berg und Eiche“, Dr. Bernd Wißner, Augsburg 1994, Seite 38, ISBN: 3-928898-46-9.

 


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