Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Punnau m. Radschin u. Heinrichstein



630 m ü. M., Gesamtfläche 869 ha.  Schule und Kirche im Ort, Post und Standesamt in Michelsberg, Bahnstation Kuttenplan.
Punnau, einer der am höchsten gelegenen Orte Westböhmens, bestand vor 1360 aus Alt- und Neu-Punnau, deren jedes einen anderen Besitzer hatte. In den Hussitenkriegen wurde Alt-Punnau mit seiner Burg zerstört.
Über die älteste Geschichte des Ortes gibt es zwei Variationen. Nach der einen wurde Punnau erstmals im Jahre 1251 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte es zu Burg Triebl. Gut Triebl und Punnau erwarb im Jahre 1380 Racek von Schwanberg, der Punnau 1410 an Hinko von Schwanberg verkaufte.
Nach der anderen Version waren in alter Zeit ein Stupno (Stupek) von Banyenow und Beneda von Wolfstein Besitzer je einer Hälfte des Ortes. Der Tepler Abt Eringus  (1358-1368) kaufte in den Jahren 1360 und 1363 den ganzen Ort. Über die weitere Geschichte Punnaus gibt eine Urkunde die Möglichkeiten zu Schlüssen:  1498 erhielt Georg von Kolowrat-Bezdruzic vom König Wladislaus eine Fristverlängerung seines Bergbau-Privilegiums auf Punnau. Damit ist wohl das Antimonwerk gemeint, später „Hainrichshein“ benannt.

Punnau hatte schon in alter Zeit eine Kapelle, die nach der Zerstörung durch die Hussiten wieder errichtet wurde. In der Reformationszeit traten die Punnauer zum Protestantismus über. Sie hielten sich auch einen eigenen Prediger (Gregor Wustmann von 1600 bis 1624), dem ein Viertelhof zum Nutzgenuss überlassen wurde.
Punnau teilte mit der Herrschaft und der Stadt Plan in den kriegerischen Zeiten des 16., 17.  und  18.Jahrhunderts alle Unbillen und alles Leid, das Krieg über eine Landschaft bringen kann.
Der Dreißigjährige Krieg spielte dem Ort und seiner Bevölkerung hart mit. In einem Bericht aus dem Jahre 1667 heißt es, dass „nachdem die schwedische Armada alles verheeret und die armen Leute in grundt  verdörbet hatte, es ihnen nicht mehr möglich war, die verwüsteten Höfe wieder instand zu setzen; armuthshalber  wurden selbe verlassen und der gnädigen Obrigkeit anheimb gegeben“. Die erste Hilfe kam von Neustadt/Waldnaab in Bayern.
Punnau und die umliegenden Orte stellten den Kurkapellen in Marienbad und Karlsbad eine ansehnliche Zahl tüchtiger Musiker.
Der Friedhof war ursprünglich rings um die alte Kapelle angelegt, wurde dann an eine Berglehne verlegt und ist seit neuerer Zeit bei der Dreifaltigkeitskapelle außerhalb des Dorfes an der Straße nach Michelsberg.
Wie einstmals Landesfürsten, wenn sie in Geldnot waren, ihre Untertanen als Soldaten an auswärtige Potentaten verkauften, so hatten Untertanen auf für Schulden aufzukommen, wenn sich hohe Herrschaften in wirtschaftlichen Nöten befanden. Wie schon angedeutet, hat Kaiser Maximilian II. Klöster und Stifte zur Haftung für seine Schulden herangezogen. Der Stift Tepler Abt Johannes VI. „Mäuszkönig“ verpfändete, um der ihm vom Kaiser auferlegten Verpflichtung nachkommen zu können, die dem Stift untertänigen Dörfer Punnau, Deutsch-Thomaschlag und Hetschigau der Gräfin Barbara Schlick.  Der Abt löste die Dörfer zwar bald wieder ein, war zum Verkauf dieser und weiterer sechs Dörfer gezwungen, als der Kaiser im Jahre 1577 vom Tepler Stift wieder einen größeren Geldbetrag verlangte. Erwerberin war Gräfin Barbara Schlick. Seither gehörte Punnau zur Herrschaft Plan.

Quellen: Heimatbuch „Über Grenzen hinweg“


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