Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Girschowa



Girschowa (530 m), in alter Zeit ein Rittersitz. 1242 urkundlich bezeugt ein Ritter Walter von Girschowa (Walterus de Kurschawe). Um 1380 belegen historische Quellen die Anwesenheit eines Ritters von Girschowa (Gürschowa, Kirzzowa). 1455 besaß der Ort GIRSCHOWA ein Johann von Lebeditz. Die „FESTE GÜRSCHOWE“ wird noch 1545 aufgeführt und gehörte zur Herrschaft Weseritz ab 1478 bis 1848. 1569 kam Girschowa mit der Herrschaft Weseritz an die Schwanberger. 1651 werden auf „DORFF KLEINGÜRSCHOWA“ 38 Untertanen benannt. 1654 nennt sich der Ort MALLY GÜRSSOWA.

Der Bauernaufstand, bei dem Girschowa ein Aufgebot stellte, kostete zwei Bauern aus dem Ort das Leben.

Ab 1712 bis 1848 waren die Fürsten zu Löwenstein, Haid, die Grundherren. 1719 heißt der Ort GYRSCHOWA und 1720 KLEIN GÜRSCH. 1850 wurde Girschowa eine eigenständige Gemeinde.

Immer wieder verheerten Brände das Dorf. So z. B. der Großbrand 1903, bei dem ein Drittel des Dorfes in Schutt und Asche versank. Durch die Aufbaumaßnahmen konnten die Höfe modernisiert werden.

Das an der Bezirksstraße Wostrawa – Kschellowitz gelegene Dorf Girschowa zählte 38 Häuser mit 192 Einwohnern, die zum überwiegenden Teil von der Landwirtschaft lebten. Zur Kirche ging man nach Girsch, dort auch die Post. Zur Schule gingen die Schulkinder ins Nachbardorf Wostrowa. Gemarkungsfläche: 401 ha.

Girschowa hatte im Ersten Weltkrieg 7, im Zweiten Weltkrieg 15 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Die Vertreibung aller Deutschen 1945/1946 brachte das Ende der Dorfgemeinschaft. Die Vertreibungstransporte verbrachten die Heimatlosen nach Bayern, Hessen sowie in die Sowjetische Besatzungszone.

Edwin Kapitz


Benutzte Quellen:
  • Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.: „Über Grenzen hinweg“, Selbstverlag, Geisenfeld 1964, Seite 552-553.
  • Prof. Dr. F. Lerch: „Unsere Heimat“, Selbstverlag o. J., Weseritz, Seite 164 und 199.
  • Prof. Ernst Pohl: „Ortslexikon Sudetenland“, Helmut Preußler Verlag, Nürnberg 1987, Seite 144, ISBN: 3-925362-47-9.
  • Baxa/Novotna/Prasil: „Weseritz und Umgebung auf alten Ansichtskarten“, Verlag Ing. Vaclaw Baxa, Hostivice 2006, Seite 81, ISBN: 80-86914-03-8.
  • Ralf Heimrath: „Hinter Berg und Eiche“, Dr. Bernd Wißner, Augsburg 1994, Seite 26, ISBN: 3-928898-46-9.
  • Josef Hacker: „Die Ortsnamen des Bezirkes Plan“, Südostdeutsche Forschungen, Heft 1, München 1938, Seite 121-144.


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