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Harlosee mit Polschitz



Harlosee und Pollschitz bildeten eine Gemeinde. Zum Standesamt, Post und zur Bahn mussten die Bewohner ins nahe Weseritz. Die Kinder besuchten die Schule in Tschelief. Kirchlich gehörten die beiden Orte dem Pfarrsprengel Tschelief an und die Toten wurden auf dem Friedhof von Tschelief beerdigt.

Harlosee mit seinen 22 Häusern liegt am Nordabhang des sagenumwobenen Schafberges an der Bezirksstraße Pollschitz-Patzin.  Im sogenannten Teichhäusel am kleinen Teich wohnte der „Teicherer“, dem die Aufsicht über  die großen herrschaftlichen Teiche Hasenteich, Bruckteich,  Forellenteich, Rudateich, u.a. oblag.  Nach dem 30jährigen Krieg erhielten die Siedler von der Herrschaft  Schwanberg  kleinere Grundstücke zugeteilt, die nach der Aufhebung der Untertanenverhältnisse 1848 an sie verpachtet wurden.  Die Kleinlandwirtschaften machten es erforderlich, dass die Männer einen Nebenerwerb nachgehen mussten, so z.B.  als Bauhandwerker auf auswärtigen Baustellen oder als Arbeiter im Basaltwerk Schafberg, wo Schotter gebrochen wurde.
An der Bezirksstraße steht ein alter Lärchenbaum, der unter Naturschutz gestellt wurde und heute als geometrischer Punkt  genutzt  wird.

Pollschitz wird erstmals in einer Urkunde vom Jahre 1227 erwähnt. 1346 ist Harant Pollschitzky Grundherr  von Pollschitz und zu Beginn des 17.Jh. Christoph Harant. Durch  ihn wird  Pollschitz öfters in den Geschichtsquellen erwähnt. Weil er den Winterkönig, den protestantischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz unterstützte, fand sein Leben ein tragisches Ende. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1621 wurde er mit anderen Adeligen auf dem Altstädter Ring in Prag hingerichtet. Harants Neffe war General  Christoph Wilhelm Harant, der erst in schwedischen und seit 1642 in kaiserlichen Diensten stand. Durch seine grausame Unterdrückung des Bauernaufstandes vom 8. bis 17. Mai 1680 am nahen Schafberg erlangte er eine traurige Berühmtheit. Nach dem 30jährigen Krieg gehörte Pollschitz zur Herrschaft Schwanberg. 
Pollschitz war ein schönes, ruhig gelegenes Bauerndorf an der Bezirksstraße Weseritz-Kokaschitz mit drei Teichen in der Ortsmitte. Der Löwensteinsche Meierhof gab vielen Bewohnern Arbeit und Brot. Auch im nahen Kurort Konstantinsbad gab es Verdienstmöglichkeiten. Von den 18 Anwesen sind heute nicht mehr viele übrig.


Maria Mooshammer

Quellen: Heimatbuch „Über Grenzen hinweg“


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