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Neudorf mit Pottin



Neudorf (530 m) wird mit der Bezeichnung „villa nova“ urkundlich als Besitz des Wyschemir von Weseritz genannt (später: „ves nova“). Seit 1506 bei der Herrschaft Schwanberg, bekundet ein Urbar 1651: „DORFF NEUDORF“ 44 und „DORFF POTTIN“ 35 Untertanen.
Im Bauernaufstand 1680 stellte Neudorf mit Pottin eine Mannschaft. Die Kämpfe forderten unter den Pottinern ein Todesopfer.
1812 errichteten die Bürger der Gemeinde Neudorf ein Badehaus mit dazu gehörenden Bauten, konnten aber die Schuldenlast nicht tilgen. 1836 erwarb Fürst Konstantin zu Löwenstein, HAID, die Anlagen und baute diese weiter aus. 1873 bekam Neudorf sein Schulhaus.

Neudorf, inmitten fruchtbarer Felder und großen Gärten gelegen, bildete ab 1890 mit Pottin und der Altmühle eine Gemeinde mit insgesamt 50 Häusern und 285 Einwohnern, deren Haupterwerb die Landwirtschaft war. Post und Bahnstation in Konstantinsbad. Zur Kirche ging man nach Tschelief Schule seit 1873 im Ort. Gemarkungsfläche: 502 ha.

Neudorf, eine aufwärts strebende Gemeinde, in der die örtlichen Vereine alles aufboten, um den Heimatort ins richtige Licht zu stellen. Eine gemeinsame Aufgabe und Leistung, die es auch bewirkte, dass die nahe liegenden traditionellen und kulturellen Einrichtungen von Weseritz und Konstantinsbad auch auf Neudorf ausstrahlten.

Im Ersten Weltkrieg hatte Neudorf 6, im Zweiten Weltkrieg 13 Gefallene zu beklagen. Anfangs Mai 1945 besetzten US-amerikanische Truppen Neudorf, denen tschechische Revolutionsgardisten auf dem Fuße folgten.
Die Schreckensherrschaft brach an: Entrechtung, Enteignung, Vertreibung. Schon am 27. Feber 1946 erfolgte der erste Vertreibungstransport, dem weitere vier Transporte folgten.


 
Pottin, einst Rittersitz (Burg Falstein) wird schon 1183 in einer Urkunde genannt (Caslaw von Pottin). Desgleichen 1237 (Konrad von Pottin). Im Steuerregister des Kreises Pilsen (1379) ist Busko von Weserizt als Besitzer verzeichnet. Pottin verbleibt, nach kurzem Intervall: Herren von Kolovrat, bei der Herrschaft Weseritz, wird 1850 bis 1890 eigenständige Gemeinde und 1890 Ortsteil der Gemeinde Neudorf

Im Ortsbereich von Pottin liegt seit altersher die Altmühle, 1460 erstmals in den Quellen genannt.

Pottin, Ortsteil der Gemeinde Neudorf, zählte in 16 Häusern 76 Einwohner, die meist ihr Auskommen in der Land- wirtschaft haben.

Der Erste Weltkrieg forderte 3, der Zweite Weltkrieg 1 Todesopfer. Nach 1945 teilten die Einwohner von Pottin das Schicksal aller Deutschen im Egerland.

Edwin Kapitz


Benutzte Quellen:
  • Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.: „Über Grenzen hinweg“, Selbstverlag, Geisenfeld 1964, Seite 629-632.
  • Prof. Dr. F. Lerch: „Unsere Heimat“, Selbstverlag o. J., Weseritz, Seite 173 und 194.
  • Prof. Ernst Pohl: „Ortslexikon Sudetenland“, Helmut Preußler Verlag, Nürnberg 1987, Seite 372, ISBN: 3-925362-47-9.
  • Baxa/Novotna/Prasil: „Weseritz und Umgebung auf alten Ansichtskarten“, Verlag Ing. Vaclaw Baxa, Hostivice 2006, Seite 97 und 99, ISBN: 80-86914-03-8.
  • Ralf Heimrath: „Hinter Berg und Eiche“, Dr. Bernd Wißner, Augsburg 1994, Seiten 19, 29 und 42, ISBN: 3-928898-46-9.
  • Josef Hacker: „Die Ortsnamen des Bezirkes Plan“, Südostdeutsche Forschungen, Heft 1, München 1938, Seite 121-144.



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