Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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H


Häring, Emil,

wurde am 16.07.1904  in Leskau  geboren. Er baute den höchsten Kamin in Brasilien mit einer Höhe von 94 m und einem lichten Durchmesser oben von 5 m für eine Papierfabrik. Emil Häring war Mitglied des „Brasil Sudeten Club, Sao Paolo“. 



Haimerl,  Franz Xaver Dr. jur.,

wurde am 15.02.1806 in Gröna geboren, wo seine Eltern eine kleine Bauernwirtschaft besaßen. Nachdem er das Gymnasium in Eger absolviert hatte, studierte er Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universität in Wien. Mühsam verdiente er sich dort seinen Lebensunterhalt durch Erteilung von Unterricht sowie Schreibarbeiten und Korrekturen. 1833 erhielt Haimerl seine Promotion. 1836 – 1852 Professor für Handels- und Wechselrecht, des zivilgerichtlichen Verfahrens in und außer Streitsachen und des Lehenrechtes an der Universität Prag. Um die neue Wechselordnung in ihrer Anwendung praktisch kennen zu lernen, trat er 1846 bei dem Prager Handels- und Wechselgericht als Votant ein. Im Jahr 1848 gründete er in Prag einen juridischen Leseverein und wurde dessen erster Präsident. Im selben Jahr wurde Haimerl von Graf Stadion, der damals Gubernial-Präsident (Präsident einer habsburgischen Provinz) in Prag war, als Vertrauensmann in eine Kommission berufen und war Abgeordneter des Nationalausschusses, der die Vorbereitungen für den ersten böhmischen Landtag treffen sollte. 1852 als ordentlicher öffentlicher Professor an die Wiener Universität berufen, wurde Haimerl 1856 Präses der rechtshistorischen Staatsprüfungs-Kommission und 1855 und 1861 Dekan des rechts- und staatswissenschaftlichen Professoren-Kollegiums und 1863–64 Rektor der Wiener Universität. Haimerl war auch Mitglied des Komitees zur Beratung des Entwurfes einer neuen Zivilprozessordnung. Neben dieser Tätigkeit in Lehr- und Sitzungssälen verfasste er zahlreiche juristische Abhandlungen. Haimerl war außerdem Mitarbeiter an der „Deutschen Zeitung für Böhmen“ und an mehreren rechtswissenschaftlichen Fachblättern, namentlich dem von ihm begründeten und herausgegebenen „Magazin für Rechts- und Staatswissenschaft“ und dessen Fortsetzung „Österreichische Vierteljahrsschrift für Rechts- und Staatswissenschaft“. Einige seiner Bücher sind sogar als Nachdrucke heute noch zu kaufen. Haimerl’s Kollege (später Minister) Dr. Unger rühmte den Fleiß und Scharfsinn, die Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit Haimerl’s, sein entschiedenes Wesen und die pünktliche Genauigkeit seiner Pflichterfüllung. Haimerl starb am 12. 10.1867 in Wien.



Haubner, Anton Prof. (siehe Ehrenbürger)



Haubner, Anton (Toni),

war der Sohn von Prof. Anton Haubner und wurde am 28. 07. 1907 in Plan geboren. Nach dem Besuch des Staatsrealgymnasiums in Plan und der Gewerbeschule, absolvierte er einen hochschulmäßigen Lehrkurs zum  Buchhändler und Buchwart in Leipzig. Schon frühzeitig ließ er auch das Talent zum Dichter und Schriftsteller erkennen. Im zweiten Weltkrieg war Haubner an der französischen Front. Von hier wurde er mit dem Auftrag beurlaubt, in Brüx eine Bergmannszeitung herauszugeben. Die von ihm mit vielen eigenen Beiträgen ausgestattete Zeitschrift „ Leder und Feder“ enthielt schöne Zeichnungen bekannter Künstler, z.B. Toni Schönecker.  Wieder zur Wehrmacht einberufen, kam Haubner durch unvorsichtiges Hantieren eines Kameraden mit dem Gewehr ums Leben. In der Osterwoche 1943 wurde sein von der Front überführter Leichnam auf dem Friedhof in Plan beigesetzt.


Hederer, Josef, Dr. phil.,

kam am 25. 06.1927 in Kuttenplan zur Welt. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft absolvierte er eine Ausbildung zum Jugendpfleger. Anschließend war er von 1951 bis 1962 als Jugendpfleger im Landkreis München tätig. Daneben studierte er noch Pädagogik, Psychologie und Moraltheologie an der Universität von München. Das Studium schloss Josef Hederer mit der Dissertation „Die Jugendgemeinschaften und ihre Führer“ ab. Von 1949 bis 1964 war er Vorsitzender des Kreisjugendrings München-Land, ferner von 1954 bis 1964 stellvertretender Vorsitzender des Bezirksjugendrings Oberbayern. 1961 übernahm Josef Hederer die Leitung des Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnenseminars sowie des Jugendleiterinnenseminars der Stadt München. Bis 1986 zeichnete er für die Ausbildungsstätte (die zwischenzeitlich umgewandelt wurde in Fachakademie für Sozialpädagogik und Heilpädagogik) verantwortlich. Zusätzlich wurde ihm 1970 für zwei Jahre die Leitung der Höheren Fachschule für Sozialarbeit übertragen. Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1992 war er Studiendirektor im Schulreferat der Landeshauptstadt München, Abteilung Berufliche Schulen. Josef Hederer engagierte sich neben seinen beruflichen Verpflichtungen auch in ehrenamtlicher Tätigkeit. So war er Mitglied im Hauptausschuss des Fachausschusses für Soziale Berufe des Deutschen Vereins, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Fachschulen (später: Fachakademien) für Sozialpädagogik, deren 1. Vorsitzender er über viele Jahre war und gründete in München Anfang der 1970er Jahre das Archiv des Vereins zur Förderung der sozial-pädagogischen Ausbildung, das über mehrere tausend Fachbücher und Zeitschriften zur Elementarpädagogik, Psychologie und verwandte Gebiete sowie Fotos, Akten, Aussagen über die Konzeptionen und Modelleinrichtungen der vor- und außerschulischen Erziehung verfügt. Ein weiterer Bereich widmet sich der Ausbildung zur Kindergärtnerin, Jugendleiterin, zu Ergotherapeuten, Werklehrern und Heilpädagogen. Zudem war Josef Hederer publizistisch tätig. Er veröffentlichte Fachbücher zur Sozialpädagogik, die zu Standardwerken der Erzieherausbildung avancierten.



Heimerl, Anton

Von den Seelsorgern der letzten Jahrzehnte ist wohl besonders Erzbischöfl. Geistl. Rat Anton Heimerl, Dechant von Plan, in der besten Erinnerung seiner Pfarrkinder geblieben. Dieser Egerländer Priester wurde am 11.10.1879 in Dürrmaul bei Plan geboren. Er besuchte das Gymnasium in Mies und nach seiner Matura die Theologische Fakultät in Prag, wo er 1902 zum Priester geweiht wurde. Er wirkte als Bürgerschulkatechet in Neudek. Im Juni 1918 wurde er Dechant in Plan. Besonders durch seine tiefgehenden Predigten verstand er die Herzen der Planer Bevölkerung zu begeistern. Er ließ die Kirche renovieren und schaffte die große Glocke an, die am 10. April 1927 geweiht wurde. Er gründete die Kongregation und den Frauenbund, predigte auch während des Dritten Reiches furchtlos und unerschrocken. Die vielen Anstrengungen gingen aber über seine Kräfte. Nach der ersten Maiandacht 1941 brach er zusammen und starb schon nach zwei Tagen am 03.05. Sein Begräbnistag am 06.05. zeigte die große Wertschätzung der Planer Bevölkerung für ihren Seelsorger Anton Heimerl, der 23 Jahre verdienstvoll in der Pfarrei wirkte.



Heimerl, Gerhard, Dr. Ing. Prof.,

geboren am 16.10.1933 in Neudorf bei Kuttenplan, besuchte dort von 1939-1941 die Volksschule, anschließend die Volksschule in Haid. Von 1943 bis zur Vertreibung Besuch des Staatsrealgymnasiums in Plan, 1946-1953 Gymnasium in Coburg und Kronach. In den Jahren 1953-1958 studierte er Bau- ingenieurwesen an der Technischen Hochschule in München, danach war er bis 1961 Baureferendar der Deutschen Bundesbahn.  1961 Große Staatsprüfung im Eisenbahn- und Straßenwesen. 1961-1964 Assistent an der TH in Stuttgart, 1965 Promotion. Anschließend Tätigkeit bei der Deutschen Bundesbahn und im Bundesverkehrsministerium sowie Mitglied in verschiedenen Ausschüssen beim Internationalen Eisenbahnverband. Ab 1973 Professur für Eisenbahnwesen an der Universität in Stuttgart, inzwischen emeritiert. Heimerl erarbeitete die 1988 vorgestellte so genannte Heimerl-Trasse (Neubaustrecke Wendlingen–Ulm) als Alternative für die Ausbaustrecke/Neubaustrecke Plochingen–Günzburg. Daraus ging letztlich das 1994 als Stuttgart 21 vorgestellte Verkehrskonzept hervor.



Heimrath, Hans

wurde am 10.01.1923 in das Bauernanwesen “beim Maurer” in Kschellowitz geboren. Er hatte fünf Geschwister. Seine Eltern ermöglichten ihm den Besuch des Gymnasiums in Mies, doch wie viele seiner Altersgenossen wurde er im Krieg frühzeitig zur Wehrmacht eingezogen. Er diente als Offizier und geriet in fünfjährige Gefangenschaft in Sibirien. Nach seiner Freilassung und der Vertreibung der Familie nach Bayern wurde er zunächst Volksschullehrer, dann Lehrer für Kunsterziehung an der Realschule in Krumbach (Schwaben) und schließlich Professor und Lehrbuchautor für künstlerisches Gestalten am Bayerischen Staatsinstitut für die Ausbildung der Lehrer an Realschulen. Er war Schulbuchgutachter für das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und wirkte an den Staatsprüfungen an der Universität München mit.
Über mehrere Jahrzehnte engagierte sich der vielseitige Pädagoge im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender, in der Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Lehrer und Erzieher und im Heimatkreis Plan-Weseritz. Für die beiden letztgenannten Organisationen gestaltete er hunderte von Titelblättern und Textzeichnungen in ihren Zeitschriften „Erzieherbrief“ und „Heimatbrief“ und verstand es ausgezeichnet, bei seinen kunsthistorischen und kulturgeschichtlichen Vorträgen alle Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Als künstlerischer Beirat wirkte er über Jahrzehnte im Vorstand des Heimatkreises mit und gestaltete die Festabzeichen für die Heimattreffen zum St.-Anna-Fest. Der Kirchenführer und das Faltblatt „Im Stiftland geborgen“ stammen von seiner Hand.
Ganz besondere Verdienste erwarb sich Hans Heimrath um die künstlerische Ausgestaltung der St.-Anna-Kirche in Mähring. Er entwarf die vier Buntglasfenster für den Erweiterungsbau und überwachte deren Herstellung und Einbau in der Kirche. Auch das Antependiumfries am St.-Anna-Altar mit dem Bibelzitat „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“ ist sein Werk. Zusammen mit seinem Sohn German schuf er die beiden geschnitzten Engel im Tabernakelraum und die Akanthusranken am Seitenaltar. Ein wahres Meisterwerk ist die von ihm entworfene Grisaillemalerei unter der Decke, das die Vertreibung aus der Heimat darstellt und den Besucher beim Eintritt in die Kirche in Bann zieht. Unter großen Mühen hat er das Bild mit der Hilfe seines Sohnes verwirklicht.
Am 14.07.2003 ist Hans Heimrath nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben. Wo auch immer er gewirkt hat, hat er ein künstlerisch wertvolles Erbe hinterlassen. Für seine Verdienste wurde er von der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit der Adalbert-Stifter-Medaille  und vom Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender in Zusammenwirken mit dem Bund der Eghalanda Gmoin mit dem Kulturpreis „Johannes-von-Tepl“ ausgezeichnet.
                                                                                       Ralf Heimrath



Heisinger Adolf Johann,

geboren am 07.04.1808 in Michelsberg. 1852-1859 Abt des Prämonstratenserklosters Geras in Nieder-Österreich. Er hat große Verdienste an der Neukonstituierung des Prämonstratenserordens in Österreich. Adolf Heisinger arbeitete auch auf dem Gebiet der Kirchengeschichte. Er starb am 12.06.1859.



Heisinger, Franz,

geboren am 08.01.1840 in Plan, besuchte das Gymnasium in Eger, das er 1859 mit der Matura abschloss. Danach Studium in Prag, Staatsexamen als Lehrer für Mittelschule. Tätigkeit an verschiedenen Schulen in Böhmen und Mähren, ab 01.10.1870 Direktor der neu errichteten Lehrerbildungsanstalt in Trautenau, 1879-1902 der Lehrerbildungsanstalt in Eger. Franz Heisinger betrieb Forschungen zur Geschichte Egers und veröffentlichte viele geschichtliche Aufsätze. Er starb am 11.10.1921 in Eger.



Helfert, Josef, Prof. Dr. jur.,

wurde am 28.10.1791 in Plan als Sohn eines Weißgerbermeisters geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Mit Unterstützung seiner Lehrer konnte Helfert das Gymnasium in Eger besuchen. Ab 1807 studierte er in Prag Philosophie. Sein Studium der Rechtswissenschaften finanzierte er durch die Tätigkeit bei einem Notar in Warnsdorf/Nordböhmen. Nach dem Abschluss war Helfert als Erzieher und Rechtspraktikant tätig. Noch vor seiner Promotion wurde er durch Professor Dolliner zu dessen Vertreter für Römisches und Kanonisches Recht an der Universität Wien ernannt. Am 20.07.1817 promovierte Helfert zum Dr. jur. und wurde am 31.10.1818 auf den Lehrstuhl für österreichisches Privatrecht an der Universität Olmütz berufen. Im September 1819 heiratet er in Olmütz, ein Jahr später wurde er Professor des Römischen und Kanonischen Rechts an der Universität Prag. 1824 übernahm Helfert mit dem Amt eines fürstbischöflichen Konsistorialrates die Geschäftsführung des Erzbistums Prag. Bis zu seinem Tod hatte Helfert seinen Lehrstuhl in Prag inne. Er verfasste viele Abhandlungen, darunter „Von der Erbauung, Erhaltung und Herstellung kirchlicher Gebäude“ oder „Handbuch des Kirchenrechts“. Auf vielen Reisen durch Böhmen während seiner Studienzeit fertigte Helfert Zeichnungen von historischen Denkmälern. Er gilt als einer der Begründer der Denkmalpflege in Böhmen. Josef Helfert verstarb am 09.09.1847 auf der Rückreise von Marienbad in Jungbunzlau an einem Schlaganfall. 



Helfert, Joseph Alexander,

ab 1854 Freiherr von Helfert (* 3. 11. 1820 in Prag; † 16. 03. 1910 in Wien) war ein österreichischer Politiker und Historiker und ist der Sohn von Joseph Helfert aus Plan. Er war von 1848 bis 1860 k.u.k. Unterstaatssekretär im Unterrichtsministerium und 1860/61 Unterrichtsminister. In diesen Funktionen setzte er sich für die Gleichberechtigung der Nationen im Schulwesen innerhalb der Monarchie ein. Als Ritter des Eisernen Kronenordens 2. Klasse wurde Helfert am 18. 08. 1854 in Wien in den österreichischen Freiherrnstand erhoben. Seit 1881 gehörte er dem Herrenhaus an. Er war Gründer des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (1854) und mit Franz Martin Schindler der Leo-Gesellschaft (1892), dessen Präsident er bis zu seinem Tode war. Die österreichische Leo-Gesellschaft, nach Papst Leo XIII. benannt, war ein Verein zur Förderung katholischen Wissens. 1859-68 war Helfert Präsident des Alterthums-Vereins zu Wien und 1863-1910 Präsident der k.u.k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Helfert verfasste erzählerische Schriften und machte Übersetzungen aus dem Tschechischen. Als Historiker befasste er sich mit der Geschichte Österreichs mit Schwerpunkt auf der Revolution von 1848. Helfert wurde auf dem Friedhof von Pottenstein in Böhmen (Kreis Königgrätz) beigesetzt. 1922 wurde die Helfertgasse in Wien-Meidling nach ihm benannt.



Hermann, Johann, Ritter von,

wurde am 17.11.1800 in Naketendörflas als Sohn eines Häuslers geboren. Bis zum 13. Lebensjahr arbeitete er bei Bauern, erst dann konnte er durch Unterstützung seines Paten in Bruck am Hammer die Schule besuchen. Schon 2 Jahre später war er Aushilfslehrer in Lohm. Er besuchte die Unterstufe der Lehrerausbildung in Plan und erhielt 1817 die Lehrbefähigung. Neben der Lehrtätigkeit in Gottschau und Naketendörflas besuchte er das Gymnasium, bevor sich das Studium der Rechtwissenschaft und Philosophie in Prag und Wien anschloss. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums war er zunächst Privatlehrer in Adelsfamilien. 1839 eröffnete Hermann in Wien eine Privatschule, an der vor allem Kinder höhergestellter Familien unterrichtet wurden. Hermann entwickelte neue Lehrmethoden, unter anderem erfand er den Setzkasten als Hilfsmittel zum Erlernen der Muttersprache oder von Fremdsprachen. Außerdem veröffentlichte er viele Schriften über die Gestaltung des Leseunterrichts. Er war außerdem ein großer Befürworter des Turnunterrichts an den Schulen. 1850 wechselte Hermann in den Staatsdienst und war Schulrat und Landesschulinspektor in der Steiermark. 1854 schied er aus dem Amt aus und eröffnete wieder eine Privatschule und 1859 eine öffentliche Knabenschule, die er von 1866 bis zu seinem Tod leitete. Von 1863-1867 war er Mitglied im vom Staatsminister einberufenen Unterrichtsrat. Hermann wurde 1867 in den Ritterstand erhoben und erhielt den Orden „Eiserne Krone dritter Klasse“. 1880, anlässlich seines 80. Geburtstages wurde er Ehrenbürger von Wien. Johannes Ritter von Hermann starb am 17.07.1890 im Alter von 89 Jahren in Wien.



Herold, Hermine, geb. Schramm,

ist besser bekannt als Mimi Herold oder "Egerländer Nachtigall". Sie wurde am 02.09.1925 als Tochter des Emmerich Schramm und seiner Frau Elisabeth in Plan geboren. Hier besuchte sie Volks- und Bürgerschule und erhielt bei Professor von Barkov Geigen- und Klavierunterricht. Das Akkordeonspielen brachte sie sich selbst bei. Erste Auftritte hatte Mimi bereits in Plan. Nach der Vertreibung, die sie zunächst nach Markt Wolnzach in Bayern verschlug, zog sie bald nach Aschaffenburg, wo sie 1949 ihren Mann Franz Herold heiratete. Von 1953-1956 sang Mimi gern vor ihren Gästen in der eigenen Gaststätte. Nebenbei studierte sie Gesang. 1960 nahm sie ihre erste Schallplatte auf, viele Schallplatten, Musikkassetten und CDs folgten. Bei Auftritten im In- und Ausland sang Mimi Herold bekannte Egerländer Volkslieder und half so, unser Liedgut und Dialekt zu erhalten und bekannt zu machen. Kaum ein Egerländer Fest, ein Heimatabend der Egerländer Gmoin, an denen Mimi Herold nicht mitwirkte. Für Ihr Wirken wurde sie mit dem Bundesehrenzeichen der Egerländer Gmoi und der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Mimi verstarb am 20.07.2015 im Alter von 89 Jahren und wurde am 30.07. an der Seite ihres Mannes zur letzten Ruhe gebettet. Mit ihren Liedern, mit ihrem Humor, mit ihrer Fröhlichkeit hat sie vielen Egerländern und vor allem den Plan-Weseritzer Landsleuten viel Freude geschenkt.

 
Hönig, Israel,

wurde am 30.10.1724 in Kuttenplan geboren. Der Sohn eines armen Kaufmanns erhielt seinen ersten Unterricht in Bibel und Talmud von seinem Vater. Im Alter von 13 Jahren ging er nach Prag, um dort seine Talmudstudien fortzusetzen. Doch schon 2 Jahre später kehrte er nach Kuttenplan zurück, weil der Vater Hilfe im Geschäft brauchte. Zusammen mit seinem Bruder Moses besuchte er viele Messen und Märkte, dabei kam er auch in Bayern erstmals mit der Tabakfabrikation in Berührung. Im Alter von 18 Jahren heiratete Israel Hönig und zusammen mit seinem Schwiegervater und bald darauf allein, betrieb er ein kleines Handelsgeschäft. 1752 übernahm er mit seinem Vater und mit seinem Bruder den Tabakhandel in Prag, die Pacht dafür konnte er durch die guten Geschäfte seines Handelsunternehmens bezahlen. Während des 7jährigen Krieges versorgten die Hönigs die k.u.k Armee mit Naturalien. Dies taten sie so redlich und zuverlässig, dass Kaiserin Maria Theresia ihnen gestattet, sich in allen Orten Böhmens und Mährens niederzulassen, wo es eine Judengemeinde gab. Sie konnten dort Häuser erwerben, Handel betreiben und waren von der dafür zu entrichtenden Steuer befreit. Ab 1764 konnte eine Gesellschaft mehrerer Kaufleute unter der Führung von Israel Hönig die Tabakpacht für fast alle Länder der Habsburger Monarchie auf Jahre hinaus erwerben. Als jedoch Kaiser Joseph merkte, welche Verdienste man damit erwirtschaften kann, kündigte er den Pachtvertrag vorzeitig. Die anderen Pächter waren damit nicht einverstanden, doch Israel Hönig gelang es, sie umzustimmen. Für ihn war die Loyalität zum Herrscher oberstes Gebot. Von Kaiser Josef wurde er zum Regierungsrat und zum Direktor der Staatsmonopole Tabak-, Maut- und Bankengefälle (Einkünfte) ernannt. Im Auftrag des Kaisers unternahm Hönig viele Reisen und sorgte für die Zahlung der Gefälle. Kaiser Josef erhob Hönig 1789 in den Adelstand mit dem Titel Edler von Königsberg. Nach dem Tod des Kaisers versuchte man Hönig zu schaden und ihn von seinem Besitz in Österreich fernzuhalten. Doch Hönig zeigte sich auch gegenüber dem neuen Herrscher loyal und konnte bald auch das Vertrauen zurückgewinnen. Hönig verstarb am 19.01.1808 in Wien und wurde dort am Judenfriedhof beigesetzt.


Hohnhäuser, Eduard Norbert,

kam am 15.01.1877 in Leskau zur Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Mies, trat er 1900 in das Stift Tepl ein und wurde nach dem Theologiestudium in Innsbruck am 26.03.1905 zum Priester geweiht. Nach kurzer seelsorgerischer Tätigkeit besuchte er bis 1910 die Hochschule für Forst- und Bodenkultur in Wien und war seitdem als Forstinspektor mit der Verwaltung der ausgedehnten Waldungen des Stiftes Tepl betraut. Seit 1925 versah er außerdem die Stelle des Brunneninspektors und war so über 20 Jahre innig mit Marienbad verbunden. Durch seinen Arbeitseifer und seine Energie wurde er die rechte Hand des Abtes Dr. Gilbert Helmer. Vom September 1945 bis Februar 1946 war Eduard Hohnhäuser mit dem ganzen Konvent im Kloster interniert. Im April 1946 siedelte er nach Speinshardt über, an dessen Neugründung er wesentlichen Anteil hatte. Am 14.03.1949 verstarb Eduard Hohnhäuser im Krankenhaus in Eschenbach (Opf.) nach einer Blasenoperation. Die Beisetzung fand am 16.03.1949 unter Beteiligung von 25 Priestern in Speinshardt statt. Der H.H. Abt Petrus Möhler würdigte die Verdienste des Verstorbenen, dessen Sarg Erde vom Grab seiner Eltern in Leskau enthielt.



Huska, Adolf

Der Enkel von Michl Huska wurde am 16. 10. 1889 in Böhmisch-Domaschlag geboren. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er vom Vater, der bereits in der 7. Generation als Lehrer und Organist tätig war. Und Adolf Huska wollte das auch werden: Lehrer und Musiker. Schon als 14 jähriger war er Hilfslehrer in Plan. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Regimentsmusiker des berühmten 73. Infanterieregiments. während seiner Studienzeit besuchte Adolf Huska die Kurkonzerte in Marienbad und Franzensbad. 1913 kam Huska als Lehrer nach Plan. Schon bald übernahm er dort die Leitung des Männergesangvereins „Harmonie“ sowie die Leitung des Kirchenchores. 1926 unterrichtete Adolf Huska nebenbei auch Musik und Gesang an der Staatsrealschule in Plan. Unzählige Kompositionen von Volksliedern, Märschen, Walzern, Kirchen- und Marienliedern zeugen von seinem musikalischen Können. Besonders ragt die „Christ-König-Messe“ für Solisten, Chor, Orgel und großes Orchester aus alle seinen Werken hervor. Als Bezirks- und Gauchormeister im Sudetendeutschen Sängerbund dirigierte er viele Männerchöre. Aber Adolf Huska war auch ein begnadeter Musiker: er spielte Geige, Cello, Oboe, Trompete, Helikon (ein Art Tuba), Klavier und Orgel. Er war die musikalische Persönlichkeit in Plan schlechthin. 1945 musste auch Adolf Huska mit seiner Familie die geliebte Heimat verlassen. Auf dem Dachboden einer ehemaligen Sommerherberge in Weiden fand er zunächst Unterkunft. Dieses Zimmer war für viele Planer Landsleute eine Anlaufstelle, wo sie Hilfsbereitschaft und trotz beengten Verhältnissen auch Unterkunft fanden. Schon bald leitete Adolf Huska die Weidener Stadtkapelle und spielte beim Kirchenchor Fagott, Posaune, Geige, Viola oder auch einmal die Pauke. Adolf Huska erwarb sich aber auch um den Egerländer Dudelsack große Verdienste. Seine von ihm gegründete Dudelsackkapelle war bald über die Grenzen von Bayern hinaus bekannt. Ab den 50er Jahren hat er viele Egerländer Lieder für seine Kapelle bearbeitet und auch neu geschaffen. Adolf Huska war Musikant und Musiker, der sich besonders für die Pflege des Egerländer Liedgutes einsetzte. Völlig unerwartet starb er am 01.09.1962 in Weiden und wurde am 04.09. von unendlich vielen Menschen zur letzten Ruhstätte begleitet.



Huska, Michel, 

wurde am 13. 03. 1831 in Bruck am Hammer als Sohn des Pfarrschullehrers Johannes Adamus Huska geboren. Er galt als Virtuose auf Orgel, Streich- und Blasinstrumente und dem Dudelsack. Michel Huska soll oft zu Fuß nach Marienbad gegangen sein, um dort den Kurkonzerten zu lauschen. Zu Hause hat er dann die gehörten Stücke für seine Zwecke bearbeitet. Auch als Komponist sakraler Werke ist Michel Huska bekannt. Seine Orgelnoten schrieb er im bezifferten Bass. Huska bildete viele Schüler aus, darunter auch den bekannten Hans Forster. Michel Huska starb am 06. 03. 1902 in seinem Heimatort Bruck.

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