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Seeberg


Die Planer Herren von Seeberg werden oft mit denen aus Eger oder von der Burg Seeberg verwechselt. Durch die unterschiedlichen Wappen ist jedoch eine Identifizierung möglich. Während die Gumpendorfer, die von den Egerer Seeberger abstammen, drei weiße Blätter auf rotem Grund in ihrem Wappen haben, sind es bei den Honigar (später Schmiedel oder von Seeberg genannt) drei weiße Kugeln. Das Wappen der Planer Seeberger zeigte hingegen ein rotes Schild mit einem schräge nach rechts oben liegenden weißen Band mit drei kleeartigen grünen Blättern.

Das Stammhaus dieser Familie war die Burg Seeberg (Žeberk) bei Eisenberg in der Nähe von Brüx. Die Burg war aber schon im 15. Jh. verödet. Außerdem besaß die Familie das im Saazer Gebiet liegende Schloss Egerberg. Daher werden sie in Planer Annalen auch als „Planšti Ziebergenses sive Egerbergenses“ genannt.

Albrecht von Seeberg, der Besitzer der Stadt Tachau, und die Planer Herren von Seeberg dürften aus der gleichen Familie stammen, denn der meiste Besitz Albrechts lag im Saazer Gebiet und in der Nähe von Brüx. Wilhelm von Egerberg, der auch unter dem Namen „Plánsky“ auftaucht, kämpfte immer auf der Seite Albrechts von Seeberg. Als sich jener erfolglos gegen König Otokar II. auflehnte und ihm deswegen Tachau entrissen wurde, verlor auch Wilhelm von Egerberg seinen Besitz Kaaden. Und als Albrecht von Seeberg wieder Herr der Burg und Stadt Tachau war, genoss Wilhelm von Egerberg großes Ansehen am Hofe des Königs. Aus all dem kann man den Schluß ziehen, dass Albrecht von Seeberg auch Besitzer von Plan war.
Die „umgemauerte Stadt Plan“ wurde jedenfalls nach verschiedenen Quellen von den „Barones von Seeberg“ erbaut. 1361 wird als Herr von Plan ein gewisser Botto „b.i.von Seeberg“ genannt. Auch Heinrich von Elsterberg, der dann Besitzer von Plan war, dürfte zumindest mit den Seeberger oder Egerberger verwandt gewesen sein. In einer Notiz in den Planer Annalen heißt es: „Das Planer Schloss muss im Jahr 1400 anders gebauet oder erneuert worden sein, weil an einem Pfeiler deselben ein Stein zu ersehen, auf welchem die Zahl MCCC eingehauen ist, und haben damals die Herren Barones von Seeberg diese Stadt Plan bis zum des 15. Saeculi Christi besessen.“

Ununterbrochen herrschten die Seeberger in Plan ab dem Jahr 1416. Der erste in dieser Besitzerreihe war Alesch von Seeberg. Er gehörte zu den wenigen Adligen, die sich den Hussiten angeschlossen hatten. Während Tachau und Pfraumberg schwer unter den Kämpfen zu leiden hatten, blieben die Stadt Plan und Orte in der näheren Umgebung zumindest bis zum Jahr 1427 verschont. In der Nähe von Plan lagerten die Truppen der Hussitengegner, die aber teilweise ohne Kampfeshandlungen vor den Hussiten die Flucht ergriffen. 1429 lagerten die Hussiten, dann wieder die katholischen Truppen im Planer Bereich und beide Seiten erlaubten nun auch sich Übergriffe auf die Bevölkerung. 1431 überschritten die Katholischen unter der Führung Kardinals Julian Gesarini die Grenze bei Tachau. Die von den Hussiten besetzte Stadt konnten sie nicht einnehmen und wandten sich daher nach Norden. Bruck wurde erorbert und verwüstet und alle Einwohner ermordet. Innerhalb von 8 Tagen wurden alle Städte und Dörfer zwischen Tachau und Weseritz von dem Kreuzheer verwüstet, egal ob sich die Bevölkerung zu dem neuen Glauben bekannt hatte oder katholisch geblieben war. Gegen die Bewohner der Orte ging man mit größter Grausamkeit vor, doch vor den herannahenden Hussiten rannte das Heer davon. Die Hussiten hatten aber mit den Fliehenden kein Erbarmen und metzelten Tausende am 14.8.1431 in der Nähe von Taus nieder.  Sie konnten diesen Sieg aber nicht zu ihrem Vorteil nutzen, denn es kam innerhalb der hussitischen Bewegung zu einer Spaltung. Abgesehen von der Teilung in die Prager, Taboriten und Waisen wurde nun auch noch zwischen den adligen Hussiten und den bürgerlichen unterschieden.
 
Alesch von Seeberg aber auch Bohuslav von Schwanberg gehörten zu den Taboriten, einer in Glaubensfragen fortschrittlichen, aber auch demokratischen Partei an. Im Laufe der Kämpfe scheint sich Alesch von Seeberg jedoch von ihr losgesagt zu haben. Warum sonst hätte ihm im Jahr 1433 Stadt Eger Unterstützung im Kampf gegen die Hussiten geschickt. Alesch gehörte auch zu denen, die zusammen mit den katholischen Adligen im Pilsner Kreis die alte Adelsherrschaft in Böhmen wieder einführen wollte. Seiner religiösen Überzeugung blieb er trotzdem treu. Auch seine Nachkommen waren Utraquisten, später nahmen sie den evangelischen Glauben an. Alesch von Seeberg gehörte zu den 18 Personen des Herrenstandes, die im Jahr 1440 den König wählen durften. 1436 erhielt er von Kaiser Sigmund die Erlaubnis am Tag der Kreuzerhebung (Kreuzerhöhung 14.9. ?) einen Jahrmarkt in Plan abhalten zu dürfen. 1453 wurde er das letzte Mal in den Planer Annalen erwähnt.

Schon früher tauchte in den schriftlichen Aufzeichnungen immer wieder der Name Bohuslaw von Seeberg auf. Wahrscheinlich war er ein Sohn von Alesch. Bohuslaw war sehr geachtet und genoss das Vertrauen von König Ladislaus. Er gehörte auch zu den 12 Baronen, welche als Richter des 1454 nach 14jähriger Unterbrechung wieder eröffneten Obersten Landesgerichtes genannt werden. 1458 nahm er am Landtag in Prag teil und wohnte 1459 einer Begegnung zwischen König Georg von Podĕbrad und dem Pfalzgrafen Friedrich bei. Zur Zeit des Herrenbundes, der sich unter Zdenek von Sternberg gegen den König gegründet hatte, stand Bohuslaw von Seeberg auf der Seite seines Schwagers (Bohuslaw war mit Margareta von Kunstat, der Schwester König Georgs, verheiratet). Bohuslaw von Seeberg verstarb 1466 und wurde in der Planer Stadtkirche in der Seebergischen Kapelle bestattet. Seinen Grabstein  ziert das Seebergisches Wappen und die Inschrift „Anno domini 1466 obijt generosus dns. Bohuslaus de Zeeberg, pro eo tempore dns. in Plana, Feria tertia post Epiphaniam dni.“

Über die Vorkommnisse in Plan in der Zeit von Bohuslav gibt es nur spärliche Nachrichten. Außer der Maria-Himmelfahrtskirche und der Peterskirche wird auch die St.-Anna-Kirche erwähnt, als deren besonderer Verehrer Bohuslaw von Seeberg genannt wurde. Bohuslaw hinterließ 4 Söhne: Buschko (Buschek), Hynek, Viktorin und Johann (Jan). Viktorin war Herr auf Thein und verstarb 1500. Er wurde ebenfalls in der Planer Kirche beigesetzt, genau wie seine 1507 verstorbene Ehefrau Elisabeth von Riesenberg. Die drei anderen hatten wohl die Stadt Plan unter sich aufgeteilt. Hynek starb 1483 und wurde in der Tepler Stiftskirche bestattet.

Buschko von Seeberg gehörte zu den Gefolgsleuten König Georgs, ebenso wie andere katholische Herren, ja selbst der Tepler Abt blieben ihm treu, obwohl Papst Paul II. sie alle am 14.04.1468 gebannt hatte. In der Folgezeit kam es immer wieder zu kämpferischen Auseinandersetzungen der beiden Lager, unter denen vor allem die Bevölkerung zu leiden hatten. Nach dem Tod von König Georg im März 1471 gehörten die Herren von Schwanberg, Dobrost von Ronsperg und die Herren von Plauen (Besitzer von Königswarth und Petschau) zu den Unterstützern von König Mathias von Ungarn, während Bohuslaw von Schwanberg und auch Buschko von Seeberg auf der Seite König Wladislaws II. standen. Im Frieden von Olmütz 1479 erhielt Mathias Corvinius Mähren, Schlesien, die Ober- und die Niederlausitz. Die Böhmische Königswürde teilte er sich bis zu seinem Tod mit Wladlislav II. Nach über 20jähriger Unterbrechung konnte das Landrecht im Juni 1485 seine regelmäßigen Sitzungen wieder aufnehmen und Burian von Guttenstein und Buschko von Seeberg gehörten ihm an.
Buschko von Seeberg bestätigte 1473 die Privilegien der Stadt Plan. Als seine Mutter im gleichen Jahr starb, wurde sie ebenfalls in der Seebergischen Kapelle der Planer Stadtkirche beigesetzt. Buschko selbst starb 1499 und fand seine letzte Ruhe neben seinen Eltern.

Der Besitz ging nun ganz auf den letzten der 4 Brüder, auf Johann (Jan) über. Wann dieser gestorben ist, kann nicht genau gesagt werden. Es muss nach 1506 gewesen sein, denn in diesem Jahr stiftete er eine Messe für seine Brüder, deren Ehefrauen und alle Angehörigen der Familie Seeberg, die jeden Montag am Fronleichnamsaltar zu feiern sei. Nach der Messe soll von Schülern ein „salve regina“ gesungen werden, der Schulmeister war dafür gesondert zu entlohnen. Alles, von der Besorgung der Hostien und des Weines, dem Gesang, bis hin zu der Anordnung und schwere der Wachskerzen hatte er geregelt, die Stiftungsurkunde wurde in böhmischer Sprache abgefasst.
Ernst und Sebastian, die Söhne Johanns erbten den Besitz nach dem Tod des Vaters. Beide waren große Förderer des Bergbaues und der Entwicklung des Handwerks. Aus dieser Zeit stammte auch die mittlere Glocke im Turm der Stadtkirche, die dem Hl. Apostel Jakobus der Jüngere geweiht wurde. Ernst von Seeberg verliehen auch den Planer Tuchmachern einige Privilegien, die später von Moritz Schlick bestätigt wurden.

Wie die Schulden der Seeberger bei den Grafen Schlick  auf letztlich 10.500 Schock böhmischer Groschen anwachsen konnte, weiß man nicht. 1517 schlossen die Seeberger mit Graf Stefan Schlick einen Vertrag und  verpflichteten sich, die Schulden bis zu seinem Tod abzuzahlen. Würde ihnen das nicht gelingen, ginge das Schloss und die Stadt Plan, Burg Saltow, die Dörfer Wischkow, Křiženec sowie Böhmisch- und Deutsch-Godrisch an dessen Sohn Moritz. Stephan Schlick fiel 1526 in der Schlacht bei Mohacs, doch die Übertragung der Herrschaft Plan erfolgte erst nach 1530. Obwohl seit dieser Zeit keine Seeberger mehr in Plan herrschten, trugen sie den Namen Seeberg auf Plan oder den Planský noch lange.


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