Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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R - S


Rasp, Johann, 

geboren am 26.07.1829 in Plan, war Erbpostmeister. Als Landtagsabgeordneter vertrat er die Städtegruppe Plan-Tachau-Mies. Rasp wurde Mitglied der Landessubkommission zur Grundsteuer-Regulierung und der Zentralkommission. In beruflicher Mission bereiste er Galizien und die Bukowina. Über viele Jahre hinweg war Rasp wiederholt auch Bürgermeister der Stadt Plan. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Planer Feuerwehr und war Hauptmann. Am 18.02.1898 wurde Rasp zum Ehrenbürger von Plan ernannt. Er starb am 14.07.1903 in seiner Heimatstadt.



Ratka, Josef,

wurde am 19.09.1879 in Neumarkt bei Weseritz geboren. Als Fachlehrer für Holzblasinstrumente wirkte nach Beendigung seiner Musikstudien und des Militärdienstes, als Meister auf der Oboe bekannt, beim Wiener Konzertverein, beim Philharmonischen Orchester in Köln, bei den Wiener Tonkünstlern, bei der Kapelle Johann Strauß, den Kurkapellen Abbazia , Baden bei Wien, Bad Ischl sowie im Deutschen Landestheater in Prag und im Stadttheater Reichenberg. Ausgestattet mit reichen Erfahrungen und Kenntnissen trat er am 01.09.1921 an der staatlichen Petschauer Musikschule seine Lehrtätigkeit als Fachlehrer für Holzblasinstrumente an, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand in verdienstvoller Weise tätig war. Er zählte zu den fruchtbarsten Vertonern der Egerländer Volkslieder, die er in zahlreichen Märschen, Tänzen, Vorspielen und mehreren Potpourris verarbeitet hat. Seine Werke wurden auch von den Kurkapellen Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Teplitz-Schönau aufgeführt. Nach seiner Pensionierung lebte er in seiner Vaterstadt Neumarkt, nach der Vertreibung in Bayern. Am 28.12.1952 starb er in Vaach bei Fürth/Bayern.



Reichl, Mathias Johann,

kam am 23.06.1730 in Gottschau zur Welt. Er studierte Philosophie, Zivil- und Kirchenrecht in Prag und trat schließlich in das Kloster Tepl ein. Am 13.04.1762 wurde er zum Priester geweiht und hatte in den folgenden Jahren verschiedene Kaplanstellen inne. 1798 wurde Reichl zum Bibliothekar in Tepl ernannt. Er kümmerte sich vor allem um die vernachlässigten Annalen des Stiftes und fertigte ein Verzeichnis aller Stiftsmitglieder ab dem Jahr 1600. Reichl verfasste auch mehrere Werke in lateinischer Sprache. Er starb am 23.08.1804 in Tepl und wurde in der Stiftsgruft beigesetzt.



Reitenberger, Karl Kaspar,

der Gründer Marienbads, erblickte am 29.12.1779 in Neumarkt das Licht der Welt und wurde auf den Namen Kaspar Prokop getauft. Nach den Gymnasialstudien in Prag trat er in den Prämonstratenserorden im Stift Tepl ein und erhielt hier den Ordensnamen Karl. 1804 zum Priester geweiht, kam er zwei Jahre später als Aushilfspriester nach St. Adalbert. Ab 1807 war er Sekretär beim damaligen Tepler Abt Chrysostomus Pfrogner und lernte hier die Stiftsverwaltung auf das Genaueste kennen. Nachdem Abt Pfrogner im Jahr 1812 verstorben war, wurde Reitenberger am 28.04.1813 im Alter von 33 Jahren zum Abt gewählt. Als erstes kümmerte er sich um die wirtschaftlichen Verhältnisse des Stiftes, die etwas vernachlässigt worden waren. Im Hungerjahr 1817 half er mit finanziellen Unterstützungen und Beschäftigungen wo es nur ging. In den Jahren danach wandte er sein Augenmerk und seine ganze Tatkraft der Hebung und Ausgestaltung des damals noch unbedeutenden Kurortes Marienbad zu. Stiftsarzt Nehr hatte 1779 die Heilkraft der Quellen festgestellt, Abt Pfrogner hatte auf Initiative von Dr. Nehr schon verschiedene Einrichtungen erbauen lassen. Aber erst der Einsatz von Abt Reitenberger hat Marienbad zu dem gemacht, was es dann wurde. Die Promenade zwischen Kreuzbrunnen und Karolinenbrunnen wurde angelegt, das Badehaus eingerichtet, die Auschowitzer Quelle neu gefasst (Ferdinandsquelle), Straßen und Brücken entstanden, die Halle über dem Kreuzbrunnen wurde neu errichtet, kurzum es entstand die Kurstadt Marienbad. Durch seine Bemühungen, manche eingewurzelte Gewohnheiten zu beseitigen, erwuchsen ihm Gegner. Diese beschuldigten ihn beim Erzbischof und bei der Wiener Regierung, dass er durch Luxusbauten in Marienbad das Stiftsvermögen verschleudere, dass er mit ausländischen Fürstlichkeiten verkehre, vornehme Kurgäste zu Festessen nach Stift Tepl einlade und dem Kaiserhaus gegenüber nicht immer die gebührende Hochachtung an den Tag lege. Obwohl die Anschuldigungen durch mehrfache Untersuchungen als grundlos erkannt wurden, musste er, hauptsächlich auf Betreiben der damaligen Kaiserin Karoline, 1827 im Alter von 48 Jahren resignieren und sich in das Prämonstratenserkloster Wilten bei Innsbruck zurückziehen. Er starb dort am 21.03.1860, ohne seine geliebte Heimat wiedergesehen zu haben. Nach 46 Jahren wurden die irdischen Überreste Reitenbergers vom damaligen Stiftsabt Dr. Gilbert Helmer heimgeholt und am 13.05.1906 in der Prälatengruft des Stiftsfriedhofes feierlich beigesetzt. Damit war eine Dankesschuld gegenüber dem Verstorbenen abgetragen, freilich zu spät. Seine Vaterstadt ehrte ihn durch eine Gedenktafel, die an seinem Geburtshaus in Neumarkt Nr. 91 angebracht wurde.



Reiter, Franz,

erblickte am 11.01.1908 in Langenradisch das Licht der Welt. Nach einer ungewöhnlich erfolgreichen Absolvierung der Staatlichen Musikschule kam er 1927 schon mit 19 Jahren als Waldhornist in das Orchester des Deutschen Landestheaters in Prag. 1938 wurde er Mitglied des Philharmonischen Orchesters Reichenberg, das 1939 als „Prager Deutsche Philharmonie“ nach Prag zurückkehrte. Mit diesem Orchester erlebte Franz Reiter große künstlerische Erfolge. Als sich 1946/47 die Überlebenden des Prager Deutschen Philharmonischen Orchesters  in Bamberg als Bamberger Symphoniker neu gründeten, stieß auch Franz Reiter als einer der ersten dazu. Doch leider verstarb er bereits am 18.05.1950.



Riedl Steiner-Puchta, Marianne,

wurde am 23.02.1898 in Wien geboren und wuchs in Zemschen (südwestlich von Haid) auf. Sie war Lehrerin unter anderem in Bruck a. H., Heiligenkreuz und Kuttenplan. Bis zur Vertreibung wohnte sie in Plan. In Pleystein, im Angesicht des geliebten Pfraumberges, hatte sie sich niedergelassen und verfasste dort bis zu ihrem Tode am 19.12.1956 ihre schönen Gedichte. Prof. Dr. Wilhelm Wolf schrieb in einer Erinnerung an Frau Riedl Puchta, dass das schönste Heimatgedicht, das ihm je unterkam, ihr Poem „Meeresrauschen – Dünensand“ sei. 



Ruppert, Anton,

kam am 07.07.1936 in Hinterkotten zur Welt. Nach der Vertreibung fand die Familie Ruppert in der Nähe von Mühldorf eine erste Bleibe. Dort erhielt Anton auch den ersten Klavierunterricht. Später besuchte er die Schule in Rosenheim und erhielt dort Musiktheorieunterricht. 1954-1958 studierte Anton Ruppert in München Komposition und Dirigieren. Nach Stationen in Bremen und Kaiserslautern erfolgte eine Anstellung als Solorepetitor an der Bayerischen Staatsoper. Fast 50 Jahre hatte er diese Stelle inne. Anton Ruppert komponierte aber auch zahlreiche Kammermusikwerke und Opern. Von 1996-2006  unterrichtet Anton Ruppert Korrepetition an der Hochschule für Musik in München. 1978 erhielt Anton Ruppert den Förderpreis für Musik der LH München und 2008 den Kunstpreis des Vereins „Pasinger Mariensäule e.V.“ Anlässlich seines 75. Geburtstages fand im Kleinen Konzertsaal in Gasteig ein Konzert statt. Für Moritz Eggert, ein junger deutscher Komponist und Pianist, ist Anton Ruppert „einer der wunderbarsten Kollegen… zutiefst musikalisch, originell, voller Witz und Humor, voller Neugier auf das was kommt……“


 
Senft, Eduard,

stammt nicht aus dem Plan-Weseritzer Gebiet, sondern wurde am 13.10.1837 in Iglau geboren. Nach der Schulausbildung studierte er Geschichte an der Karls-Universität in Prag, musste das Studium jedoch aus materiellen Gründen abbrechen. Als Hofmeister des Grafen Joseph von Nostitz-Rieneck kam er nach Plan. Dort engagierte er sich vor allem in der Erforschung der Geschichte von Plan. Sein zweibändiges Werk „ Geschichte der Herrschaft und Stadt Plan“ sowie „Geschichte der St.-Anna-Kirche bei Plan“ sind für Forscher wahre Schatzkästchen. Eduard Senft starb am 25.05.1877 im Alter von nur 39 Jahren in Plan.



Sinik, Josef,

Konsistorialrat und fürstbischöflicher Notar,  kam am 21.01.1870 in Plan zur Welt. Von 1897 bis 1916 wirkte er als Katechet in Tachau, dann bis 1936 in Prag. In diesem Jahr zog er auch von Prag wieder zurück in sein Elternhaus in Plan. Sein besonderes Verdienst war es, die unter Kaiser Josef säkularisierte und seither als Scheuer verwendete Peterskirche in der Planer Vorstadt zu erwerben und vor dem Verfall zu retten. Bei der Restaurierung wurden wertvolle Fresken freigelegt. In der St.-Anna-Kirche zu Plan brachte Sinik sein erstes hl. Messopfer dar, hier hielt er auch sein letztes in der alten Heimat im Jahre 1949. In Endlhausen bei München fand er eine neue Bleibe. Er starb am 26.12.1950 im Alter von 80 Jahren und im 56. Jahr seines Priestertums im Degerndorfer Krankenhaus bei Wolfratshausen.



Sper, Ewald, Dr. Ing.,

geboren am 09.03.1899 in Untergodrisch, war der jüngere Bruder von Gustav Sper. Wie dieser besuchte er die Kaiser-Franz-Josef-Staatsrealschule in Plan, Matura 1917 und dann Teilnahme am 1. Weltkrieg. Nach Kriegsende studierte er an der Technischen Hochschule in Prag Chemie, anschließend war er Dozent an der staatlichen Fachschule für Keramik in Teplitz-Schönau. 1922 Tätigkeit als Chemiker in den Aussiger Chemischen Werken, 1925 Promotion zum Doktor der chemisch-technischen Wissenschaften. Auf diesem Gebiet hat er auch zahlreiche Erfindungen gemacht. Nach der Vertreibung war er als selbstständiger technischer Chemiker in Heidelberg tätig, wo er am 10.12.1966 auch verstarb.


 
Sper, Gustav, Dr. Ing.,

kam am 22.04.1893 in Untergodrisch zur Welt. Auf den Besuch der Kaiser-Franz-Josef-Staatsrealschule in Plan, Matura 1914, Teilnahme am 1. Weltkrieg, folgte 1918-1921 das Studium der Chemie an der Technischen Hochschule. Nach der Promotion zum Dr. Ing., lehrte Gustav Sper einige Zeit am Pilsner Gymnasium und ging dann nach Leipzig, wo er Leiter des größten Gussstahlwerkes wurde. Als Dozent lehrte er an der dortigen Hochschule und an der Leipziger Handelskammer, wo er auch die von ihm gemachten Erfindungen den Studenten und Hörern vorstellen konnte. Gustav Sper verfasste mehrere Fachbücher, so z.B. das Wörterbuch der Gießereikunde. Er starb am 10.08.1959.



Stingl, Hans Dr.,

geb. am 05. 12.1832 in Girsch, wurde zum Doktor der Rechte promoviert. Er war ein wackerer Anwalt der deutschen Turnerei und ist durch die Herausgabe seiner Schriften „Nationale und wirtschaftliche Betrachtungen“ weithin bekannt geworden. Auf seinen in Weimar gestellten Antrag hin wurden die Turnvereine Deutschösterreichs dem XV. Turnkreis des Deutschen Reiches angegliedert. Dr. Stingl war ein Vorkämpfer völkischer Gesinnung in Wort, Schrift und Tat. Obwohl er in Krems wirkte, wo er 1893 auch starb, fand er immer wieder in sein geliebtes Heimatdorf Girsch zurück. Die Gedenktafel, die sein Geburtshaus, den Gasthof Stingl in Girsch, schmückte, haben die deutschen Turner im Jahre 1903 gestiftet; sie wurde 1945 von den zugewanderten Tschechen entfernt.




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