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St.-Anna-Kirche in Mähring


Nach rund 6 Wochen sind die Renovierungsarbeiten an der St.-Anna-Kirche in Mähring abgeschlossen. Im Lauf der Jahre war am Turm die Konterlattung unter den Platten schadhaft geworden, ja teilweise schon verfault. Eine Renovierung war deshalb nicht zum umgehen. Die Platten wurden also abgenommen, neue Fenster im Turm eingebaut, der Unterputz soweit notwendig erneuert, und dann alles verputzt. Auch die Blechverwahrungen und Fensterbänke waren auszuwechseln. Damit alles wieder ein einheitliches Bild gibt, wurde die Kirche auch gleich mit neuer Farbe versehen. Alles in allem auch ein finanzieller Kraftakt, der trotz Zuschüssen vom Bistum, der Marktgemeinde Mähring und der Patenstadt Tirschenreuth zum überwiegenden Teil aus eigenen Mitteln vom Heimatkreis bewältigt werden muss. Seit dem ersten Aufruf sind auch schon zahlreiche Spenden eingegangen, es werden aber noch weitere benötigt.

Wir vom Vorstand sind der Meinung, die Renovierung war dringend nötig und sie hat sich gelohnt. Aber machen Sie sich doch selbst ein Bild.


St.-Anna-Kirche vorher

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St Anna nach der Renovierung


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Einweihung des renovierten „alten“ Rathauses in Mähring.

Weder die kurzfristige Absage des Ministers Dr. Markus Söder, der wegen eine Landtagsdebatte in München sein musste, noch der Regen, der laut Wetterbericht gar nicht sein sollte, taten der fröhlichen Stimmung bei der Einweihung des „Gelebten Museums“ im alten Rathaus in Mähring einen Abbruch.
Neben den beiden Bundestagsabgeordneten Reiner Meier und Albert Rupprecht, dem Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und dem Landrat Wolfgang Lippert waren auch zahlreiche Bürgermeisterkollegen, Gemeinderäte und Vertreter vieler Vereinen der Einladung des Mähringer Bürgermeisters Josef Schmidkonz gefolgt. Auch Besucher aus Promenhof(Broumov), Altwasser (Stará Voda) und Dürmaul (Drmoul) waren anwesend.
Bürgermeister Schmidkonz schilderte kurz den Werdegang der Renovierung. 25 Jahre hätte es gedauert, bis der Wunsch der Mähringer nach einer Wiederbelebung des Gebäudes in Erfüllung gegangen sei. Dies hätte vor allem an dem finanziellen Aufwand für die Maßnahmen gelegen. Dank einem Förderprogramm, aber auch dank der überwältigenden Arbeitsleistung der Mähringer Bürger, die über 7.000 Arbeitsstunden leisteten, erstrahlt nun das Gebäude innen und außen in neuem Glanz. Architekt Ulrich Greiner übergab Bürgermeister Josef Schmidkonz im Anschluss den symbolischen Hausschlüssel. Nach Grußworten von Landrat Wolfgang Lippert und Tobias Reiß folgte der kirchliche Segen des Hauses durch den Griesbacher Pfarrer Dr. Charles Ifemeje.
Danach folgte ein Rundgang der Ehrengäste durch das Haus und Dr. Josef Paukner, der für die museale Gestaltung zuständig war, erläuterte kurz alle Räume und wie er sich die weitere Nutzung des Gebäudes vorstellt. In seinen Ausführungen betonte er wiederholt, dass er auch durch die Gestaltung unseres Museums in Tirschenreuth angeregt wurde, sich mit der Thematik Vertreibung und Plan-Weseritz vermehrt zu beschäftigen. Nicht nur im Raum unserer Fotoausstellung sind Fotos und Hinweise auf uns zu finden.
Das Interesse in unserer neuen Fotoausstellung war groß. Zum einen ist der Egerländer Bauernhof ein Anziehungspunkt, aber auch die Vitrine mit den Trachten und die Vitrinen mit den Modellen der St.-Anna-Kirche in Plan und der St.-Anna- Kirche in Mähring und verschiedenen Wallfahrtsandenken wurde angesehen. Für die Mähringer Besucher waren aber die drei Fotobücher von den Wallfahrten 1953-1972 eine echte Überraschung. So wanderten die Bücher von Hand zu Hand und jeder schaute, wen er darauf alles erkennen konnte.
Für die Leseecke, die in unserem Raum eingerichtet ist, werden von uns noch weitere Fotobücher über die Heimattreffen und auch mit Fotos aus der Heimat im Lauf der Zeit erstellt werden. Alle bisher digitalisierten Fotos, auch solche, die ich im Archiv in Tirschenreuth noch gefunden habe, sind wahrscheinlich bis zum St.-Anna-Fest im nächsten Jahr in der vorhandenen Medienstation zu betrachten. Es dürften rund etwas mehr als 4.000 Fotos sein.  
Wir beglückwünschen die Gemeinde Mähring zu diesem Schmuckstück und sind dankbar, dass wir im Gelebten Museum mit unserer Fotoausstellung dabei sein dürfen




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Mimi Herold verstorben

In den Morgenstunden des 20.07.2015 verstarb unsere Mimi Herold in Aschaffenburg im Alter von fast 90  Jahren. Schon längere Zeit kränkelte sie immer wieder, vor allem das Augenlicht machte ihr zu schaffen. Im März wurde sie schwer krank, es bestand kaum Hoffnung, dass sie überlebt. Aber sie schaffte es, doch zur Genesung reichte letztendlich die Kraft nicht mehr. Sie schlief ganz friedlich ein. 

Wir verlieren in Mimi Herold eine Frau, die mit ihrer Musik immer eine Botschafterin des Egerlandes und vor allem ihrer Heimatstadt Plan war. 

  









St. Anna-Kirche in Plan

In der Wallfahrtskirche St. Anna bei Plan in Tschechien ist ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen.  Das Orgelbauwerk ist nicht nur schön anzuschauen, es klingt nun auch wieder in den besten Tönen.  Der Orgelbaumeister Boris Mettler aus Tschechien hat nach Abnahme durch Sachverständige eine ausgezeichnete Arbeit an einer sehr wertvollen Orgel geleistet. Zur Finanzierung hat neben dem Förderverein St. Anna auch die Sudetendeutsche Stiftung und der deutsch-tschechische Zukunftsfonds beigetragen.

Ein imposantes Orgelprospekt leuchtet von der Empore der Wallfahrtskirche St. Anna   herunter. Die Kirche wurde nach einem Brand 1721 im barocken Baustil wieder aufgebaut. Das Kircheninventar stammt aus dem Jahre 1730. Laut Aufzeichnungen über die Wallfahrtskirche, wird die Orgel am 30.09. 1730 erstmals erwähnt. Sie ist ein Werk von Leopold Burkhardt, einem Orgelbauer aus der Elbogener Orgelbauschule.  Ähnliche Werke wurden in namhaften Kirchen in Tschechien verwirklicht, unter anderem auch in Prag. Die Arbeiten der Orgelbauschule sind von außerordentlich hohem Niveau, das sich in der handwerklichen Arbeit und einfallsreichen technischen Lösungen auszeichnet. Deshalb ist die Elbogener Orgelbauschule auch heute noch  in Fachkreisen eine anerkannte Institution.

In den Jahren nach Installation der Orgel in der St.-Anna-Kirche gab es an dem Werk geringfügige Veränderungen durch Renovierungsarbeiten. Ein massiver Eingriff fand nach dem 2. Weltkrieg statt, wo die Kirche über Jahre geschlossen war. Verschiedene Pfeifenkomponenten wurden entwendet und vermutlich in anderen Kirchenorgeln eingebaut.

Somit war die Orgel nach der Wiederbelebung der Wallfahrten im Jahre 1990 nur mit größten Einschränkungen bespielbar. Fehlende Mixturen, schadhafte Traktur und die undichte Windlade beeinträchtigten das ansonsten so wertvolle Instrument. Orgelsachverständige urteilten: Es ist ein schönes Instrument von Prospekt und Klangqualität, daher von höchster Bedeutung. Deren umfassende Restaurierung wird von uns befürwortet. Sie ist eine der wertvollsten Orgeln im Kreis Tachau.

Der Förderverein St. Anna ließ zusammen mit dem Planer Stadtpfarrer Jaroslav Šašek eine umfassende Restaurierung prüfen.  Von Anfang an stand Boris Mettler mit fachmännischem Rat zur Seite. Seine Anerkennung und Qualifikation zum Orgelbaumeister stand allerdings noch aus. In der Zwischenzeit aber inspizierte er die Orgel gründlich und ermittelte den  Kostenaufwand.  Für die wirklich dringend erachteten Sanierungsarbeiten errechnete sich ein Betrag von ca. 26.500 €, entspricht 690.000 Kc.  Für ein neues Gebläse mit Balg und Kasten fielen 4.500 € an, für die Rekonstruktion und  Restaurierung der Pfeifen  9.000 €, für die Holzpfeifen  5.000 €, für die Windlade 2.000 € und schließlich Montagearbeiten von ca. 6.000 €.  Nachdem Boris Mettler dann aber erfolgreich die Prüfung zum Orgelbaumeister bestanden hatte und die finanzielle Seite der Orgelrestaurierung auch durch zugesagte Zuschüsse tragbar erschien, wurde der Auftrag zur Restaurierung erteilt. 


Das gesamte Pfeifenmaterial wurde ausgebaut und in die Werkstätte gebracht. Alle Metallpfeifen wurden auf die ursprüngliche Länge angelötet und die fehlenden Pfeifen ergänzt. So wurden 338 Metallpfeifen völlig neu erstellt und 88 rekonstruiert. Von den Holzpfeifen wurden 58 rekonstruiert.

Der  Förderverein St. Anna hatte über Jahre hinweg Gelder aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie Wallfahrten und Konzerten für diese Orgelrestaurierung angespart. Mit  Förderantrag an den deutsch-tschechischen Zukunftsfonds in Prag wurde ein Zuschuss von 12.000 € bewilligt, die Sudentendeutsche Stiftung in München sicherte eine finanzielle Zusage in Höhe von 2.000 € zu. Somit hat der Förderverein noch ca. 12.500 € zu tragen.


Montagearbeiten vor Ort mit Orgelbaumeister
Boris Mettler( rechts) und einem seiner Mitarbeiter(links)

Für die Wallfahrtskirche St. Anna bei Plan ist somit ein weiterer Schritt zu Erhaltung und zur Belebung getan. Sie war im 14. Jahrhundert eine bei Bergleuten sehr beliebte Wallfahrtsstätte und erlebte im Jahre 1740 einen Höhepunkt, wo am Wallfahrtstag 4200 Kommunionen gespendet wurden. Für die Egerländer war diese Pilgerstätte die einst bedeutendste im westböhmischen Raum. Nach dem Krieg und der Vertreibung kehrte Stillstand ein. Die Kirche wurde zwar zweckentfremdet genutzt, aber nicht massiv verwüstet. Nach ersten Augenschein des ehemaligen Tirschenreuther Stadtpfarrers Georg Maria Witt mit Architekten Klaus Peter Brückner fand bereits nach einem halben Jahr der Grenzöffnung die erste überwältigende Wallfahrt zum Heiligtum der Mutter Anna statt. Seitdem finden am Freitag vor dem St.-Anna-Fest in Mähring die Wallfahrten zur St.-Anna-Kirche in Plan statt. Teilweise pilgern die Gläubigen von der deutsch-tschechischen Grenze zu Fuß die ca. 12. Kilometer zur St.-Anna-Kirche, teilweise kommen Sie mit der Geistlichkeit und Blasmusik über den vor einigen Jahren wieder errichteten alten Pilgerweg aus der Stadt Plan. 

Mit grundlegenden Sanierungsarbeiten wurde das Gotteshaus vor dem Verfall bewahrt. In über 20 Jahren wurde das Dach, die Fenster und Portale, die elektrische Anlage und Beleuchtung  und schließlich die Außenfassade saniert.  Das alles machte einen Aufwand von rund 400.000 € notwendig. Dank dafür gebührt den zahlenreichen privaten und öffentlichen Spendern, unter anderen den Zuschussgebern aus Prag, der Diözese Regensburg, der Sudentendeutschen Stiftung, des Heimatkreises Plan-Weseritz und des Bezirkes Oberpfalz.
Mit der restaurierten Orgel sind nun wieder vermehrt Orgelkonzerte und Musikaufführungen mit Orgelbegleitung möglich; in einer Kirche, die mit dem unermüdlichen Engagement des Stadtpfarrers Jaroslav Šašek  sehr zur Belebung des kirchlichen Lebens beiträgt. Monatliche Gottesdienste zusammen mit deutschen und tschechischen Gläubigen, Taufen, Firmungen und Hochzeiten werden in der weithin schönsten Kirche gefeiert.

Herbert Konrad, Tirschenreuth, Vorsitzender des Fördervereins St.-Anna


Heimatkreis
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