Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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Ehrenbürger


Czerny, Josef

Elektromeister aus Plan bei Marienbad, wurde am 21.11.1883 in Altfürstenhütte, Kreis Tachau, geboren und verbrachte seine Jugend-und Schulzeit in der Grenzgemeinde Goldbach. Nach Beendigung seiner Lehre als Elektrotechniker fand Czerny bei den Firmen Lanz & Co., Neubauer & Grotte und im Elektrizitätswerk Tachau Beschäftigung. Im Herbst 1904 rückte er zum Militärdienst ein. Er kam zur 11.Komp. des Egerländer Inf.-Rgt.Nr.73 nach Prag und später als Elektriker an die k.u.k. Kadettenschule am Hradschin. Ab 1907 war Czerny bei verschiedenen Firmen in Deutschland tätig. 1910 legte er die Prüfung als Elektromeister ab und heiratete Anna, Tochter des Buchdruckereibesitzers Franz Schimek in Tachau. Dieser Ehe entsprossen zwei Töchter: Herta und Annemie. Im März rief ihn der Elektrizitätswerksbesitzer Franz Hanika zum Ausbau seiner Überlandzentrale nach Plan. Meister Czerny baute durch 18 Jahre Hochspannungsleitungen, Trafo-Schaltstationen und Ortsnetze. So wurden 1925 unter seiner Leitung im gesamten Stadtgebiet die alten Gleichstromleitungen abmontiert und durch ein ganz neues Drehstromverteilungsnetz ersetzt. 1929 schied er aus Hanikas Diensten und machte sich selbstständig. Am 01.07.1929 eröffnete Josef Czerny am Marktkplatz in Plan sein eigenes Elektrogeschäft, das er bis Ende Mai 1945 innehatte.
Weil sich diesen Betrieb ein zugewanderter Tscheche aneignete, musste Czerny mit Frau und Enkel Helmut die Heimatstadt Plan im September 1945 verlassen und sie fanden zunächst in Waidhaus/Opf. Unterkunft und Wohnung. 1946/47 baute er als Montageleiter die große Flugzeugfabrik in Ellwangen/Württemberg und konnte 1953 nach Weiden/Opf. übersiedeln.
Josef Czerny war eine Persönlichkeit, die sich weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Plan hinaus verdient gemacht hat. Er hat sich viele Verdienste erworben, im gesellschaftlichen, kulturellen und öffentliche Leben, in den Vereinen der alten Heimat, sowie als Betreuer des Heimatkreises Plan-Weseritz im Exil seit der Vertreibung. Czerny war Gründungsmitglied der Eghalanda Gmoi z`Ploa(n) und deren Vüarstaiha bis zur Vertreibung, Gauvüarstaiha des Egerländer Gaues Marienbad-Eger, Sprecher und Ausschussmitglied der Planer Gemeinnützigen Baugenossenschaft, des Deutschen Kulturverbandes, des Finanzausschusses der Stadtgemeinde Plan, des Bezirksbildungsausschusses Plan, Mitglied und Ehrenmitglied zahlreicher Vereine usw. Er stellte sich gleich nach der Vertreibung der Heimatbewegung zur Verfügung und arbeitete führend in der Eghalanda Gmoi und in der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Sein Hauptziel war, alle über das ganze Bundesgebiet und über die Grenzen hinaus verstreut lebenden Plan-Weseritzer wieder zusammenzuführen. So organisierte er die Plan-Weseritzer Heimattreffen, leitete die Vorarbeiten zum Bau der St. Anna-Kapelle auf dem Pfaffenbühl bei Mähring ein und gründete den Heimatverein Plan-Weseritz e.V., zu dessen 1. Vorsitzenden er einstimmig gewählt wurde. Viele Auszeichnungen und Ehrungen beweisen, mit welcher Hingabe sich Czerny für unsere alte Heimat vor und nach der Vertreibung eingesetzt,  mit welcher Treue und Gewissenhaftigkeit er all die zahlreichen Ehrenämter bis knapp vor seinem von allen Landsleuten so betrauerten Ableben verwaltet hat. Der Heimatkreisrat Plan-Weseritz und der Rat der Stadt Plan bei Marienbad im Exil dankten ihm für die vielen Verdienste als langjähriger Kreisbetreuer durch die einstimmige Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Plan am 09.12.1961 in München. Nur 7 Tage später starb Josef Czerny in Nürnberg.


Fitzthum, Martin Dr., O.Praem

An der Strasse von Plan nach Haid liegt die Ortschaft Gottschau, wo am 25.03.1911 Studienprofessor Dr. Martin Josef Fitzthum geboren wurde. Nach der Volksschule besuchte er das Realgymnasium in Plan, wo er 1931 „mit Auszeichnung“ maturierte. Er arbeitete bereits damals in der Landjugend und im „Staffelstein“. Dann trat er in das Stift Tepl ein. Er erkannte die Bedeutung dieses Stiftes für das Egerland, denn hier hatten Religion und Volkstum eine enge Freundschaft geschlossen. Abt Helmer schickte ihn zum Studium nach Rom, wo er am 05.07.1936 in der Lateran-Basilika zum Priester geweiht wurde und am 03.07.1938 mit der Dissertation „Die Christologie der Prämonstrantenser im 12.Jahrhundert“ sein Doktorat „summa cum laude“ erwarb. Im Stifte Tepl bekleidete er das Amt des Novizenmeisters und Archivars. Gleichzeitig war er Katechet für die umliegenden Schulen und an der Karls-Universität in Prag immatrikuliert. Ab Feber 1943 war er Administrator der Pfarrei Stadt Tepl.
Nach der Ausweisung wirkte er als Benefiziat in Grafenwöhr, als Seelsorger in der Gemeinde Langenbruck/Sorghof, wo er die verlassene Kirche wieder einrichtete. In Sorghof wurde dann die neue Kirche, der Pfarrhof und das Jugendheim „St. Wolfgang“ gebaut.  Bei seinem Wegzug nach Amberg am 15.08.1953 wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde Langenbruck ernannt.
In Amberg wurde Dr. Fitzthum rasch durch seine Vorträge bekannt. Er schrieb auch mehrere Broschüren, wie „Beiträge zur Geschichte der Kultur des Egerlandes“ und „Bedeutung des Stiftes Tepl für Kultur und Wirtschaft des Egerlandes“, die bald vergriffen waren. Auf den Egerländer Treffen hat er oft zu seinen Landsleuten in Egerländer Mundart gepredigt. Die Amberger Gmoi berief ihn zu ihrem Gmoirat und der Bund zum stellvertretenden Bundeskulturwart. Am 03.06.1956 wurde er anlässlich des 10.Nordgautages in Furth im Wald mit der Ehrennadel ausgezeichnet.
Dr. Martin Fitzthum war auch Ausschussmitglied des „Historischen Vereins“ von Amberg und Mitglied der Historischen Kommission des Prämonstrantenserordens mit dem Sitz in der Abtei Averbode in Belgien und Seelsorger des amerikanischen Lagers Vilseck. Zugleich stand er als Diözesanpräses der Ackermann-Gemeinde der Diözese Regensburg vor. Aus Verantwortung für das Gemeinwohl beteiligte sich Dr. Fitzthum auch am politischen Leben. Er wurde 1952 zum Mitglied des Kreistages Amberg gewählt und war seit 1956 Stadtrat der kreisfreien Stadt Amberg. Hier setzte er sich besonders dafür ein, daß das sudetendeutsche Kulturgut bewahrt bleibe. Besonders am Herzen lag ihm sein Heimatkreis Plan-Weseritz, dessen Kreisratsmitglied er war. An jedem Treffen der Plan-Weseritzer in Tirschenreuth und Mähring hat er teilgenommen. Er hat auch die Glocke und die St.Anna-Kapelle auf dem Pfaffenbühl bei Mähring geweiht. Anlässlich der Feier seines Silbernen Priesterjubiläums in Mähring am 29.07.1961 wurde Studienprofessor Dr. Fitzthum in Anerkennung seiner Verdienste um die Heimat der Ehrenbürgerbrief der Stadt Plan in feierlicher Weise im Ankersaal zu Tirschenreuth, in Anwesenheit von Prälat Petrus Möhler, Abt des Stiftes Tepl, überreicht. Dr. Martin Fitzthum verstarb am 28.04.1972 in Amberg und wurde in Kloster Speinshart/Opf. beigesetzt.


Harbauer, Alois

Stadtsekretär der Bezirksstadt Weseritz, stammt aus einer Musikantenfamilie. Er wurde am 01.11.1896 in Weseritz als Sohn der Gastwirtseheleute Franz und Margarete Harbauer geboren. Die kinderreiche Familie war nicht auf Rosen gebettet. Als Vierzehnjähriger wurde er kaufmännischer Lehrling in einem Mieser Kolonialwarengeschäft und war nach der Auslehre noch einige Monate als Kontorist dort tätig. Im Frühjahr 1914 rückte er zu einem Wiener Art.-Rgt. ein und kam bei Kriegsausbruch ins Feld, zuerst an die russische Front, dann mit zu den Abwehrkämpfen am Isonzo. In den Dolomiten wurde er mehrmals für Tapferkeit ausgezeichnet und dreimal verwundet. Während des Waffenstillstandes Ende Oktober 1918 geriet er am Tonalepaß in italienische Gefangenschaft, aus der er Anfang November 1919 heimkehren konnte. Für Spätheimkehrer gab es damals weder Unterstützungen noch Förderungen. Die Betätigung als Musiker half über die ersten Nachkriegsmonate hinweg. Es folgten Beschäftigungen beim Bezirksgetreideamt Plan, bei Großhandelsfirmen in Neudek, Karlsbad, als Kanzleiangestellter, Reisender und anschließend einige Saisons als Kapellmeister im Großzirkus Josef Holzmüller in Köln. Mit dem Sonderzug dieses Unternehmens bereisten Harbauer und seine 16 Mann starke Musikkapelle Deutschland, Holland, Teile von Belgien, Ostfrankreich und die Tschechoslowakei.  In den Wintermonaten erteilte er daheim Musikunterricht. Als Harbauer Ende 1929 die Stelle des Stadtsekretärs von Weseritz übertragen wurde, war er der persönlichen Sorgen ledig. Endlich hatte er für seinen Arbeitseifer, sein Organisationstalent, seinen angeborenen Sinn für Wirtschaftlichkeit und vorausschauende Planung ein reiches Betätigungsfeld gefunden. Er reorganisierte die Amtskanzlei und ordnete das Stadtarchiv neu. Sein Streben war, Weseritz als Bezirksstadt repräsentativ und als Sommerfrische und Ausflugsort anziehend zu machen. Dank der Aufgeschlossenheit der Bürgermeister und Stadträte sowie der Zielstrebigkeit der Unternehmer konnte vieles geschaffen werden. Im Kriege war Harbauer oft vor harte und undankbare Aufgaben gestellt. Behördliche Anordnungen, der Zwang der Ereignisse und die Rücksichtnahme auf die eigene Bevölkerung konnten selten unter einen Hut gebracht werden. Große Sorgen brachte der immer stärker werdende Strom von Flüchtlingen aus dem Osten. Als gegen Ende April 1945 die behördlichen Weisungen ausblieben, ließ Harbauer im Einvernehmen mit dem Bürgermeister Franz Pittrof, Konstantinsbad, eigene Lebensmittelkarten herstellen. Dadurch konnte sich die Bewohnerschaft von Weseritz die Lebensmittel für drei Perioden im Vorhinein beschaffen, bevor die Requirierungskommandos und „Verwalter“ der Tschechen die Lagerbestände bei den Kaufleuten „räumten“. Harbauer ist auch aus den gesellschaftlichen, kulturellen und Selbsthilfe-Organisationen seiner Heimatstadt und der Umgebung nicht wegzudenken. Er war Kommandant der Freiw. Feuerwehr, Obmannstellvertreter des Feuerwehrbezirksverbandes Weseritz, Obmann und Bezirksobmann des Frontkämpferbundes, Geschäftsführer des  Sommerfrischeausschusses, Leiter und Dirigent der Musikvereinigung, Schriftführer vieler Vereine und seit 1940, der Einberufung des Bürgermeisters, Standesbeamter und verantwortlicher Leiter der Lebensmittelkartenstelle. Man könnte nun sagen: Was Harbauer für Weseritz und in Weseritz leistete, war für ihn als verantwortlichen Beamten selbstverständliche Pflicht.
Was Harbauer nach der Vertreibung für seine Heimatstadt Weseritz und die meisten ihrer Bewohner tat, kann nur als Ausdruck einer großen Heimatliebe und edler Auffassung von Fürsorgepflicht gewertet werden. Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen, sollte alles aufgezählt werden, was Harbauer als Stadtbetreuer von Weseritz, tat. Es sei nur erwähnt, daß jede Leistung aus dem Lastenausgleich eine Erinnerung an Harbauers Tätigkeit sein könnte. In Würdigung seiner Verdienste um die Heimat und ihre Bewohner hat ihn der Heimatkreisrat Plan-Weseritz und der Rat der Stadt Weseritz im Exil am 05.03.1961 einstimmig zum Ehrenbürger der Stadt Weseritz ernannt.


Haubner, Anton, Prof. i. R.

wurde am 05.02.1879 im alten Zollamtshaus zu Neuhaimhausen (Gemeinde Promenhof), Bezirk Plan, als jüngstes von den sieben Kindern des Zolleinnehmers Josef Haubner, der aus Neulosimthal bei Tachau stammte, geboren. Seine Mutter Anna Haubner war die Tochter des Gastwirtes Anton Stark aus Waldheim, Bezirk Tachau.
Nach Vollendung seiner Studien an der Deutschen Lehrerbildungsanstalt in Prag war er als Lehrer an den Volksschulen in Plan (1898), Gottschau, Heiligenkreuz, Kuttenplan und Dürrmaul bei Marienbad und ab 1903 als Supplent (Aushilfslehrer) an der Lehrerbildungsanstalt in Mies tätig. Nach Erwerbung der Lehrbefähigung für Bürgerschulen kam er als Fachlehrer an die Knabenbürgerschule in Wallern (1907), wurde 1911 zum Übungsschullehrer und 1917 zum Hauptlehrer an die Lehrerbildungsanstalt in Trautenau ernannt. Hier baute er das patentierte Leselehrmittel „Wechselsetzkasten“. 1919 – 1937 war er Mitglied der Prüfungskommission für allgemeine Volks-und Bürgerschulen. Im 1.Weltkrieg leistete er 1915–1918 Heeresdienst. Während des Abbaues der Lehrerbildungsanstalt in Trautenau kam er 1927 an die Lehrerbildungsanstalt in Komotau und blieb dort bis zu seinem Ruhestand 1937.
Seine glückliche Jugendzeit hat er im Heimatdorf, in Waldheim, Neulosimthal und Reichenthal verlebt. Dorfleben, Heimatwald, Brauchtum und Volkslied hinterließen in ihm tiefe, unauslöschliche Eindrücke. Seine erste Gedichtsammlung „Leben und Traum“ enthält die vom 12. bis 19. Lebensjahr entstandenen Dichtungen, das zweite Gedichtbuch erschien 1910 unter dem Titel „Heimat und Jugend“. Gedichte, Skizzen, Heimatbilder u.a. veröffentlichte er in der sudetendeutschen Zeitschrift „Deutsche Heimat“. In Komotau schrieb Haubner die Worte zu dem ersten Egerländer Mundarten-Bilderbuch „Unna Hansal“ und gestaltete das in vielen Städten mit großem Erfolg aufgeführte Bühnenwerk „Egerländer Bilderbuch“, das auch als Hörfolge 1936 vom Reichssender Leipzig und 1937 vom Sender Dresden gesendet wurde. In Coburg, wo Prof. Haubner mit seiner Familie nach der Vertreibung wohnte, erschienen seine Erzählung  „Der Kohlbrennermartin“, die Tiergeschichte „Jagerl, der Walddackel“, das Jugendlaienspiel „Geisterchen“ (4 Akte), das Brauchtumsbuch  „Ein verklungenes Jahr“, das Mundartgedicht „Hurchts hea“ und das Gedichtbuch „Der heimliche Born“. 
In Anerkennung seiner großen Verdienste um das heimische Schrifttum wurde ihm am 25.07.1954 in einer feierlichen Sitzung im Kath. Jugendheim in Mähring anlässlich des 2. Heimattreffens vom Kreis-und Stadtrat Plan im Exil der Ehrenbürgerbrief der Stadt Plan überreicht. Prof. Haubner ist am 21.04.1961 nach einem erfüllten Leben im Alter von 82 Jahren gestorben und wurde unter großen Ehren am Friedhof in Coburg beigesetzt.


Hochmuth, Andreas 

Er wurde am 20.09.1880 in Neuwirtshaus, Gemeind Ostrau, als Sohn des Häuslers Michael Hochmuth und Anna, geb.König geboren und besuchte siebeneinhalb Jahre die Volksschule in Ostrau. Er hatte in der Schule gute Erfolge und Fürst Löwenstein zu Haid wollte ihn studieren lassen, wenn er sich dem geistlichen Beruf widmete. Hochmuth aber wollte Kaufmann werden, suchte selbst eine Lehrstelle und fand sie bei Kaufmann Wilhelm F. Schaffer in Plan. Oft war die Arbeit hart und der Lehrherr hielt auf strenge Zucht. Schließlich übergab er Hochmuth am 01.01.1905 das Geschäft pachtweise und am 04.09.1906 konnte Andreas Hochmuth das Haus käuflich erwerben. Am 15.10.1907 hat sich Hochmuth mit Frl. Anna Eberl aus Mies in der Dekanalkirche in Mies vermählt. Der Ehe entsprossen 1 Sohn und 3 Töchter, der Sohn gilt seit August 1944 als vermißt. 
Andreas Hochmuth war im Planer öffentlichen Leben erfolgreich tätig. Er gehörte ab 1908 ununterbrochen der Stadtvertretung an, war jahrelang Mitglied der Ortsvertretung, Obmann der Brauerei, Mitglied des Sparkassen-Ausschusses und aller Planer Vereine (außer Fischer und Jäger), sowie Ehrenmitglied des Veteranen-Vereins. In Plan besaß Hochmuth eines er größten Geschäfte. In zwei Weltkriegen war die Firma Großversorgerin in Lebensmitteln für Plan und sein Umland. Viele arme Menschen wurden durch die Ausspeisung und sprichwörtliche Gebefreudigkeit von Herrn und Frau Hochmuth unterstützt.
Die Vertreibung brachte dem Ehepaar Hochmuth ein ungewolltes tätigkeitsloses Renterdasein in Wolnzach/Hallertau.  Der Heimatkreisrat Plan-Weseritz und die Stadträte von Plan im Exil haben in ihrer Tagung am 4./5.03.1961 in Amberg/Opf. den einstimmigen Beschluß gefaßt, Großkaufmann Andreas Hochmuth zum Ehrenbürger der Stadt Plan bei Marienbad zu ernennen. Die Übergabe des Ehrenbürgerbriefes erfolgte in feierlicher Form am 29.07.1961 im großen Ankersaal in Tirschenreuth. Andreas Hochmuth verstarb am 25.02.1973 in Wolnzach-Markt.


Junker, Willi

wurde am 25. 02. 1911 in Neuhof, Gemeinde Dobrawod, Kreis Tepl, als Sohn des Revierförsters Josef Junker und seiner Frau Fanny, geb. Schreiber, geboren. Nah dem Besuch der Volksschule in Tschihana und Pernharz, Kreis Mies, kam er an die 2. und 3. Klasse der Bürgerschule nach Kladrau bei Mies und absolvierte dort von 1926 bis 1930 die Lehrerbildungsanstalt. Wegen des damals herrschenden Lehrerüberschusses bekam er nicht gleich eine Anstellung und ging im Dezember 1930 zu Prinz Lobkowicz nach Kschimitz bei Pilsen. Hier blieb er bis zu seiner ersten staatlichen Anstellung am 01.04.1932 in Girsch, Bezirk Weseritz, war später in Glashütten, Schippin und Kschellowitz tätig,  sowie als Schulleiter in Planes.
Am 07.08.1937 heiratete er die Handarbeitslehrerin Maria Philipp aus Untergodrisch. Der Ehe entsprossen zwei Töchter. Am 01.07.1937 kam Willi Junker als Schulleiter nach Pokeslav und 1941 als Schulleiter nach Skupsch. Von hier aus wurde er 1943 zur Wehrmacht eingezogen. Am 20.03.1945 kam er in amerikanische Gefangenschaft und es folgten drei schwere Jahre. Nach der Entlassung am 01.04.1948 fand er seine Familie in Walpertskirchen, Kreis Erding, wieder.
Nach Tätigkeiten in der Landwirtschaft und als Bauhilfsarbeiter konnte er ab  01.09.1950 wieder als Lehrer arbeiten. In Hörlkofen übernahm er 1955 auch die Schulleitung.

Folgende ehrenamtliche Tätigkeiten für seine Heimat übte er aus: 1949 Mitbegründer der SL im Kreis Erding, 1. Kreisobmann und Kultursachverständiger, geehrt mit der Silbernen und Goldenen Ehrennadel. 1959 Mitbegründer der Eghalanda  Gmoi in Erding, ununterbrochen als Kulturwart im Gmoirat tätig, geehrt mit der Bundesehrennadel. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Heimatkreises Plan-Weseritz. Beim 1. Treffen im Juli 1953, bei dem auch die St.-Anna-Kapelle auf dem Pfaffenbühl in Mähring eingeweiht wurde, war Junker Kassenprüfer und später stellv. Kreisbetreuer, seit 1962 Kreisbetreuer und 1. Vorsitzender. Mit Geschick und Hingabe betreute er diese Ämter bis 1981. Planung und Gestaltung des Baues der St.-Anna-Kirche fielen in seine Amtszeit. Er arbeitete aber auch am Entstehen des Heimatbuches „Über Grenzen hinweg“ mit. Auch die Übernahme des Plan-Tepler Heimatbriefes 1973 darf nicht vergessen werden.
Seine große Liebe aber galt der Heimatstube mit Archiv, welche er zusammen mit seiner Gattin Maria bis 1990 betreute. Unermüdlich trug er jahrzehntelang Gegenstände aus der Heimat zusammen. Die Pflege heimatlichen Brauchtums lag ihm sehr am Herzen. Nach zehnjähriger Vorbereitung konnte die Heimatstube 1976 eröffnet werden.
Für all diesen Einsatz wurde er zum Ehrenbürger des Heimatkreises Plan-Weseritz ernannt.
Als Kreisbetreuer gehörte er auch dem „Landschaftsrat Egerland“ an, war zunächst stellvertretender und dann 1. Vorsitzender. In der Gmoi war er im erweiterten Bundesvorstand und erhielt das Bundesehrenzeichen. Auch die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland und die Verdienstmedaille der Patenstadt Tirschenreuth wurden ihm verliehen. Willi Junker starb am 20.01.1996 in Hörlkofen.


Knab,  Anton

Buchdruckereibesitzer und Verleger, wurde am 19.11.1872 als 9. Kind von insgesamt 15 Kindern in Brüx geboren. Nach Absolvierung der Volks- und dreiklassigen Bürgerschule kam er in die Buchdruckerei Herzum als Lehrling. Im Sommer 1904 kam Knab nach Plan, wo er die Konzession für eine Buchdruckerei bekam. Der Anfang war schwer. Im Jahre 1910 gründete er die „Plan-Tachauer Zeitung“, die besonders von Reichsrats-Abg. Dr. Bachmann, Bürgermeister Ingrisch (Plan) und Bürgermeister Breinl (Tachau) tatkräftigst gefördert wurde. Später wurde der Titel der Zeitung in „Deutsche westböhmische Stimmen“ umgeändert. Der Zusammenbruch der Österreich-Ungarischen Monarchie und die Errichtung der Tschechoslowakischen Republik brachten dem Unternehmen großen Schaden. 
Knab war bei vielen Planer Vereinen, über Jahre war er Obmann des Deutschen Böhmerwaldbundes, Ortsgruppe Plan. Sein gestecktes Ziel, der Bevölkerung von Plan und Umgebung durch ein Lebenswerk seinen Dank zu erweisen, ließ er nicht aus den Augen: Die Neuherausgabe der zweibändigen „Geschichte der Herrschaft und Stadt Plan“. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde es still in der Druckerei Knab, bis im  August 1945 der Betrieb von einem tschechischen Verwalter übernommen wurde. Knab arbeitete dann noch ein Jahr unter ihm als Quasi-Faktor und seine Tochter Ida als Buchhalterin.
Im August 1946, am Tage seines 60jährigen Berufsjubiläums, mußte er mit seinen Arbeitskameraden sein geliebtes Plan verlassen. Der Transport ging nach Blankenburg im Harz, zuletzt ging es nach vielen Stationen nach Lutzingen bei Dillingen. Der Heimatkreisrat Plan-Weseritz und der Rat der Stadt Plan bei Marienbad haben Anton Knab am 27.07.1958 für seine Verdienste um die Stadt Plan den Ehrenbürgerbrief der Stadt Plan bei Marienbad verliehen. Die Übergabe erfolgte in einer feierlichen Sitzung des Heimatkreises anlässlich des 6.Heimattreffens und des Gedenkens an die vor 60 Jahren erfolgte Gründung der Planer Studienanstalt im Saal des Kath. Jugendheimes in Mähring. Anton Knab verstarb 09.08.1965 in Dillingen.


Köppner, Franz Josef

Lohgerbermeister und Realitätenbesitzer, geboren am 31.12.1867 in Plan bei Marienbad, besuchte die fünfklassige Volks-und dreiklassige Bürgerschule. Nach zweieinhalbjähriger Lehrzeit bei seinem Vater Jakob Köppner ging er auf Wanderschaft, arbeitete als Gehilfe in vielen Orten im In-und Ausland und kehrte nach fünfjähriger Abwesenheit 1888 wieder zurück. 1890 leistete er eine achtwöchige Dienstzeit als Reservist beim Inf.-Rgt .Nr.73 in Eger.
Franz Josef Köppner wurde am 01.07.1919 zum Bürgermeister der Bezirksstadt Plan bei Marienbad gewählt. Diese Ehrenfunktion bekleidete er als Mandatsträger der Deutschen Nationalpartei bis zu der im Feber 1934 erfolgten Mandats-Aberkennung. Unter seiner Leitung hat die Stadt Plan –stets unter Beobachtung eines strengen Sparsystems - eine günstige Aufwärtsentwicklung genommen. Im Jahre 1920 wurde der dringende Bau eines neuen Friedhofs durchgeführt. Die Errichtung des Städt. Studentenheimes im Jahre 1921 und seine Vergrößerung im Jahre 1928 hat sich seither sehr zum besten des Planer Staatsrealgymnasiums ausgewirkt. Durch den Bau der Bezirksstraße nach Ottenreuth und Gröna in den Jahren 1924 und 1925 wurde nicht nur diesen Gemeinden ein günstiger Anschluß an die Bezirksstadt, sondern für die Arbeitslosen in diesem harten Winter auch Verdienstmöglichkeiten geschaffen. Im Jahre 1928 wurde mit beträchtlichen Opfern eine Verbreitung des gefährlichen Engpasses im Staatsstraßendurchzuge zwischen Vorstadt und Ringplatz ermöglicht. Der dringenden Wohnungsnot wurde durch die Erbauung eines Notwohnhauses im Jahre 1927 gegengesteuert. Zahlreiche Neubauten erforderten den Bau von Straßenanschlüssen und Kanälen. Die neuen Stadtviertel vom Eiland, am Bahnhof, in der Marienbader und Tepler Straße wurden kanalisiert. Im letzen Jahr seiner Tätigkeit konnte Bürgermeister Köppner noch den Grundstein legen für die Pflasterung des ganzen Staatsstraßendurchzuges durch Bereitstellung eines zu günstigen Bedingungen erlangten Darlehens. Die größten Verdienste hat sich Bürgermeister Köppner zweifellos durch den Bau der neuen Wasserleitung aus dem Bürgerwalde erworben. Im Oktober 1929 mit den Quellfassungsarbeiten begonnen, konnte das Werk im Dezember 1930 als vollendet angesehen werden. Durch diese Wasserleitung wurde die Stadt Plan nicht nur mit bestem Trink-und Nutzwasser versorgt, sondern die Lasten aus diesem Fünfmillionenbau für die 4.500 Einwohner zählende Stadt in mäßigen Grenzen gehalten. Nach Übergabe des Geschäftes an seinen Neffen Rudolf Köppner im Jahre 1932 bewohnte Franz Josef Köpnner mit seinen zwei Schwestern das im Garten neuerbaute Haus bis zur Vertreibung am 18.05.1946.
Er wohnte zuletzt mit seiner Schwester Juliane Köppner, Postmeisterin i.R., in Bensheim an der Bergstraße, wo er am 11.08.1958 im 91. Lebensjahr gestorben ist. 
Altbürgermeister Köppner hat zeitlebens Kraft und Fähigkeiten in den Dienst für seine Heimat gestellt. In Anerkennung  dieser Arbeit wurde ihm am 25.07.1954 im Kath. Jugendheim Mähring anlässlich des 2. Heimattreffens vom Kreis- und Stadtrat Plan im Exil der Ehrenbürgerbrief verliehen, den er wegen hohen Alters und Erkrankung jedoch nicht selbst entgegennehmen konnte.


Lehnerl, Anton

wurde am 10.03.1912 im Haus Nr. 95 in Weseritz geboren.  Seine Eltern waren Wilhelm Lehnerl, Seilermeister und Bezirksschulinspektor, der jedoch bereits 1922 starb. Mutter Margarete war eine geborene Frank. Zwei Schwestern, Anni und Gretel, wuchsen mit ihm auf. 
Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule in Weseritz erlernte Toni in Tachau das Seilerhandwerk, um später den elterlichen Betrieb mit Landwirtschaft übernehmen zu können.  Dieser Ausbildung folgten Praxisjahre im Erzgebirge, bevor er von 1934 bis 1936 in Taus im tschechischen Heer diente. Schon während der Lehrzeit war er begeistert im Turnverein tätig.
Nach dem Anschluss begann er die Verwaltungslaufbahn bei der Bundespost und wurde dann zur Wehrmacht eingezogen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er nach mehrfachen Verwundungen daheim.
Da eine Verhaftung durch die Tschechen drohte, verließ er die Heimat und fand in Oberbayern bei den Eltern eines Kriegskameraden Unterkunft.
Bald darauf lernte Toni seine Frau Inge kennen. Vier Kinder bereicherten die Familie.
Nach einigen Jahren Dienst in einem Lager der Amerikaner  trat er wieder in den Postdienst ein. Sein ganzes Leben war er ein begeisterter Turner, Skifahrer und Bergwanderer.
Bald fand Toni Lehnerl auch zur Sudetendeutschen Landsmannschaft und zu seinen Egerländer Landsleuten. So wurde der Heimatkreisrat auf ihn aufmerksam  und berief ihn in den Vorstand.  Zuerst als Schriftführer, dann als stellvertretender Kreisbetreuer. Schließlich wurde er  1981  1.  Vorsitzender  des Heimatkreises Plan-Weseritz e. V. als Nachfolger von Willi Junker. 1989 legte er dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder.
Für seine Verdienste um den Heimatkreis und seine Landsleute erhielt er das Ehrenzeichen in Gold und wurde als Ehrenbürger für seine Heimatstadt Weseritz ausgezeichnet.
Plötzlich und unerwartet verstarb er am 11.11.1995 in Landsberg am Lech.


Nistler, Antschi

geb. Hofmann, wurde am 18. 09.1908 in Plan geboren und wuchs dort mit ihren beiden Schwestern Margarete, geb. am 17.09.1901 und Amalia, geb. am 16.8.1910, auf.
Das Leben hat ihr übel mitgespielt. Nach kaum einjähriger Ehe mit Dr. Karl Nistler wurde dieser in Rumänien vermisst. Ein Leben lang hat sie unter diesem Verlust gelitten. Ihre Wohnung in Wiesengrund, wo Dr. Nistler vor seiner Einberufung als Arzt arbeitete, wurde durch Bomben total zerstört und sie stand vor dem Nichts.
Im Zuge der Vertreibung kam sie mit ihren Eltern und den beiden Schwestern nach Landshut und musste sich hier eine neue Existenz schaffen. Das war sehr schwer und oft erzählte sie, dass sie Mülltonnen nach etwas Essbarem durchsuchten.
Durch ihre berufliche Erfahrung und ihren Fleiß fand sie eine Anstellung bei der Brotfabrik Bartmann in Landshut, wo sie bis zu ihrem Ruhestand tätig war.
Als die Geschäftsstelle des Heimatkreises Plan-Weseritz e. V. 1975  von Geisenfeld nach Landshut verlegt wurde, war sie es, die Lm. Franz Valenta zur Seite stand und ihn ganz besonders bei den schriftlichen Arbeiten für den Heimatbrief und den Bau der St.-Anna-Kirche  unterstützte.
Mit großem Fleiß warb sie Mitglieder für den Heimatkreis und Bezieher für den Heimatbrief. 
Für all diese Verdienste wurden ihr das Goldene Ehrenzeichen und eine Dankesurkunde überreicht und sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Plan ernannt.
Durch ein Augenleiden verbrachte sie die letzten Jahre ihres Lebens in einem Seniorenheim und starb dort am 18. April 2004 im Alter von 96 Jahren.


Pittrof Franz

Kaufmann und letzter Bürgermeister des Kurortes Konstantinsbad, entstammt einer Familie, deren Ahnen als die ersten Ansiedler der „Säuerlingshäuseln“, Ortsteil Pollutschen, anzusehen sind. Er ist am 26.01.1889 in Konstantinsbad geboren und kam nach seiner Schulzeit 1902 als Lehrling in ein Mieser Kolonialwarengeschäft. Nach der Auslehre leistete er daselbst von 1905– 907 Büro- und Vertreterdienste und war anschließend in gleicher Eigenschaft bei Großhandelsunternehmen in Prag und Jungbunzlau tätig. 1909 berief ihn sein einstiger Lehrherr als Geschäftsführer nach Mies. Am 11. September 1911 eröffnete Pittrof  im Hause seiner Eltern in Konstantinsbad sein eigenes Kolonialwarengeschäft und verehelichte sich 1913 mit Frl. Anna Güntner aus Scheibenradisch. Im Ersten Weltkrieg rückte er zum Egerländer Inf.-Regt. Nr.73 ein und war von 1915–1918 an der italienischen Front bei Kämpfen im Travenanzatal, am Monte Sief, bei Asagio und an der Piave eingesetzt. Nach seiner Heimkehr widmete er sich dem weiteren Aufbau seines Geschäftes. Franz Pittrof  galt als ein fortschrittlich gesinnter Kaufmann, wovon sein schönes stattliches Wohn- und Geschäftshaus „Merkur“, das er 1926 erbaute, Zeugnis gab. Seine Zielstrebigkeit, sein aufgeschlossenes Wesen, gepaart mit kaufmännischem Weitblick, waren Veranlassung, ihn der Kommunalverwaltung dienstbar zu machen. Als 1914 der Kurklub Konstantinbad entstand, übertrug man ihm das Ehrenamt des Kassiers, das er durch 31 Jahre bis zur Vertreibung inne hatte. Von 1919–1922 gehörte er der Gemeindevertretung für den Ortsteil Pollutschen als Mitglied an, wurde 1923 in die Verwaltungskommisison Konstantinsbad berufen und 1924 zum stellvertretenden Obmann der Bezirksverwaltungskommision in Weseritz gewählt. 1929 erstmal zum Bürgermeister des aufstrebenden Kurortes Konstantinsbad gewählt, versah er dieses Amt mit Umsicht und Geschick bis 1934. Eine Hauptsorge dieser ersten Amtsperiode galt der Errichtung einer modernen Trinkwasserleitung. Für die Errichtung der zweiten Schulklasse und den Kauf des Schulhauses erlangte er eine staatliche Subvention von 30.000 Kronen. Pittrof war Mitglied und Ehrenmitglied zahlreicher Vereine, er förderte die Freiwillige Ortsfeuerwehr durch alljährliche Zuschüsse, setzte im Gemeinderat die Errichtung eines Sportplatzes für den Sportverein  durch und war stets bestrebt, Konstantinsbad als Kurort repräsentativ und anziehend zu machen. Auf seinen Antrag wurde der frühere Kurarzt MUDr.Eduard Lenz zum Ehrenbürger der Gemeinde Konstantinsbad ernannt. Die Parkstrasse erhielt die Bezeichnung Dr.Eduard-Lenz-Straße. Von 1935-1944 betätigte sich Pittrof als stellvertretender Bürgermeister und übernahm 1944 zum zweiten Male das Ehrenamt des ersten Bürgermeisters. So mußte das große Kurhaus als Lazarett für ungarische Truppen bereitgestellt werden, wodurch der Kurbetrieb für zivile Kurgäste aufhörte. Bombenevakuierte aus dem Ruhrgebiet und der einsetzende Flüchtlingsstrom aus dem Osten stellte an die Gemeindeverwaltung hohe Anforderungen. Dies steigerte sich noch, als am  6.Mai 1945 die Amerikaner Konstantinsbad besetzten und Bürgermeister Pittrof für die strikte Befolgung aller Anordnungen, wie Räumung des Kurortes binnen drei Stunden, Verpflegung und Einkleidung der im RA-Lager „Altes Bad“ zusammengezogenen 1.000 polnischen Landarbeiter, Bereitstellung des Kriegsgefangenen-Durchgangslager bei der „Villa Loretta“ u.a. persönlich verantwortlich machten. Dazu kamen die von den zugewanderten Tschechen verlangten unerträglichen Auflagen. Das Maß der Verhöhnung eines verdienten  Mannes war voll, als ihn die Tschechen mit noch sieben Konstantinsbadern am 8.September 1945 in das KZ-Lage nach Plan verbrachten. Nach neunmonatiger Haft und Zwangsarbeit wurde er nach Bayern abgeschoben und konnte drei Monate später nach Weinheim/Bergstraße zuziehen. Seither opferte Pittrof seine freie Zeit für den Ehrendienst als Ortsbetreuer, er war bemüht, seine über das ganze Bundesgebiet zerstreut lebenden Konstantisbader zusammenzuhalten. Daneben betätigte er sich als Mitarbeiter am Heimatbrief. Anlässlich seines 75.Geburtstag wurden ihm in seinem Wohnort Weinheim zahlreiche Ehrungen zuteil.
Der Heimatkreisrat Plan-Weseritz und der Rat des Kurortes Konstantinsbad im Exil haben in ihrer Tagung vom 26.01.1964 in Landshut den einstimmigen Beschluß gefaßt, Altbürgermeister  Franz Pittrof den Ehrenbürgerbrief des Kurortes Konstantinsbad zu verleihen.


Schmutzer, Josef

wurde am 30.06.1902 in Tachau geboren. Dort besuchte er die Volks- und Bürgerschule. Bei der Bayand-Druckerei (später Gürtler & Co) in Tachau lernte er Schriftsetzer und war nach Abschluss der Lehre noch bis 1922 dort als Gehilfe tätig. Am 23.03.1923 begann seine Arbeit bei der damals neugegründete Deutsche Landvolkdruckerei und Verlagsanstalt in Plan ein. Zusammen mit dem Schriftleiter Hans Zirwick gestaltete er die „Deutschen westböhmischen Stimmen“ und die Zeitschrift „Deutsche Heimat“. In Plan hatte er seine Frau kennengelernt und auch ein Haus erworben. Nach dem Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich wechselten viele seiner Kollegen den Beruf, Josef Schmutzer und ein Lehrling hielten den Betrieb aufrecht. J. Schmutzer hätte die Druckerei gerne erworben, doch das untersagte die Gauleitung. In vielen Planer Vereinen war er tätig, so in der Egerländer Gmoi, dem Kulturverband, dem Bund der Deutschen oder der Deutschen Graphischen Bildungsvereinigung, Ortsgruppe Plan. 1941 wurde Josef Schmutzer zum Militär eingezogen und diente zunächst in Prag, später in Marienbad. Am 06.05.1945 wurde er auf dem Weg nach Plan bei Kuttenplan von den Amerikaner gefangengenommen. Während eines Transportes Richtung deutsche Grenze gelang ihm die Flucht. Er wurde aber in seinem Haus in Plan von den Amerikanern wieder abgeholt. Seine Freilassung erfolgte dann am 24.05.1945. Am 01.07. begann Josef Schmutzer eine Tätigkeit in der Buchdruckerei Anton Knab in Plan, wo er bis zur Vertreibung im März 1946 arbeitete.
Über Eger-Marktredwitz-Dachau kam er in den Kreis Pfaffenhofen/Ilm und von dort nach Wöhr. 1949 übersiedelte der nach Geisenfeld, wo er 1956/1957 ein eigenes Haus erbaute. Dort hatte Josef Schmutz auch eine Arbeit in der Druckerei Weinmayer gefunden. Und hier begann er auch 1948 mit der Herausgabe eines Heimatbriefes für seine vertriebenen Landsleute. Diese Mitteilungsblätter erfreuten sich schnell großer Beliebtheit und noch heute wird der Heimatbrief von den Beziehern zu Beginn eines Monates erwartet, noch immer ist er die „Brücke zur Heimat“. 1953 gründete Josef Schmutzer zusammen mit einem Kollegen eine Buchdruckerei  und 1961 erbaute er ein eigenes Druckereigebäude. Nun hatte es Josef Schmutzer etwas leichter, den Heimatbrief herauszugeben. Obwohl noch immer jede Menge Arbeit damit verbunden war, denn er war Schriftleiter, Setzer und Korrektor in einer Person. Später gab er noch das Heimatbuch der Plan-Weseritzer  „Über Grenzen hinweg“, das Heimatbuch das „ Tepler Land“ und „Tachau, eine deutsche Stadt“ heraus. Auch zahlreichen Festschriften, wie die zur 20jährigen Patenschaft,  zur 500 Jahr Feier der Stadt Weseritz oder das St.-Anna-Buch wurden von ihm aufgelegt. Josef Schmutzer gehörte zu den Gründern unseres Heimatkreises, war viele Jahre dessen Vermögensverwalter und später zweiter Vorsitzender sowie Stadtbetreuer von Plan. Beim Heimatkreis Tepl-Petschau war er über viele Jahre Vermögensverwalter. Aber auch in seiner neuen Heimat Geisenfeld/Obb. engagierte er sich. So war er von 1952-1966 Stadtrat in Geisenfeld und von 1956-1966 Mitglied des Kreistages. Für seine vielfältigen Verdienste erhielt er die Goldene Ehrennadel der SL, 1967 wurde er zum Ehrenbürger von Plan ernannt, 1970 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen des Heimatkreises Plan-Weseritz. 1971 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen, er wurde zum Ehrenbürger und Ehrenkreisrat von Tachau ernannt und erhielt die Goldene Ehrennadel des Heimatkreises Tachau. Beim Heimattreffen 1973 wurden Josef Schmutzer die Ehrenbürgerrechte des Heimatkreises Plan-Weseritz verliehen. Der Gründer des Heimatbriefes verstarb am 08.08.1980 in Geisenfeld.

 
Valenta, Franz

In Rössin, einem kleinen Dorf 2 km westlich von Weseritz, wurde Franz Valenta am 27. Oktober 1912 als erstes Kind der Eheleute Karl und Franziska Valenta geboren. Da sein Vater bereits zu Kriegsbeginn im September 1914 in Kroatien starb, erlebte Franz mit seinem Bruder unter der Obhut seiner Mutter eine schwierige Kindheit.
Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule wählte er als Beruf das Bauhandwerk und wurde Maurer bei der Baufirma Fritsch in Weseritz. Sein Chef hatte frühzeitig seine Begabung erkannt und bewirkte ein Studium an der Staatsgewerbeschule in Tetschen an der Elbe, von wo er als Bautechniker in seinen alten Betrieb zurückkehrte.
Nach dem 2-jährigen Dienst im tschechischen Heer war er von 1936 bis 1943 als Bauingenieur in Ostpreußen, Magdeburg und Berndorf/Niederösterreich tätig. Während dieser Zeit legte er 1940 die Abschlussprüfung an der Staatsbauschule Magdeburg als Diplom-Ingenieur (FH) und 1941 die Baumeisterprüfung bei der Niederösterreichischen Regierung in Wien ab.
1943 wurde Franz Valenta zur Wehrmacht eingezogen und geriet bei der Invasion 1944 in Frankreich in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Im April 1946 erfolgte die Vertreibung seiner Ehefrau Margarete mit den drei unmündigen Kindern aus der Heimat. In einem kleinen Ort im Landkreis Bad Kissingen in Unterfranken fand er seine Familie wieder.
Beruflich konnte Franz Valenta schnell wieder Fuß fassen und sich zielstrebig weiterentwickeln. Von 1946 bis 1950 war er angestellter Architekt in Bad Kissingen, danach bis 1957 Stadtbaumeister in Ochsenfurt. Von hier wechselte er in einen neuen Wirkungskreis als Technischer Prüfer zur Stadtverwaltung Landshut und war dort bis zu seinem Ruhestand 1974 als Technischer Oberamtsrat tätig.
Die geliebte Heimat ließ ihn aber nie los, und so arbeitete Franz Valenta auch bald ehrenamtlich im Heimatkreis Plan-Weseritz mit. Bereits 1963 wurde er zu dessen Geschäftsführer gewählt und war ab 1965 dessen technischer Beirat. 1973 wurde er Mitarbeiter in der Redaktion des Heimatbriefes, ab 1975 dessen verantwortlicher Schrift- und Verlagsleiter.
1977 übernahm er die Ortsbetreuung seiner Heimatgemeinde Rössin und schrieb die 330 Seiten umfassende Chronik von Rössin mit Fotos und Planzeichnungen.
Sein „größtes Projekt“ im Heimatkreis Plan-Weseritz jedoch war die Sankt-Anna-Kirche. Als die 1953 erbaute Kapelle auf dem Pfaffenbühl bei Mähring erweitert werden sollte, kümmerte sich Franz Valenta um alles. Erwerb des Grundstücks, Planung, Bauleitung, Ausstattung der Kirche, Gestaltung des Kreuzweges, Stiftung und Entwurf der Kirchenfahne, Entwurf des ersten Kirchenführers, Errichtung des Plan-Weseritzer Brunnens in Tirschenreuth, Planung und Archivierung der Heimatstube  -  all dies ist das Werk Franz Valentas.
In seiner Bescheidenheit war er immer überrascht und gerührt, wenn ihm Ehrungen zuteil wurden. Das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, das Goldene Ehrenzeichen des Heimatkreises, das Große Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die Ernennung zum Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Rössin sowie des Heimatkreises Plan-Weseritz und der Ehrenring in Gold, den er als bisher Einziger verliehen bekam, sind nur ein äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung.
Franz Valenta starb am 01. Februar 2000.

 


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Premiere 21.10.2017
in Tirschenreuth

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