Heimatkreis Plan-Weseritz e.V.
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W - Z


Walter, Hieronymus Alois,

kam am 18.06.1888 in Hangendorf zur Welt. Nach Absolvierung des Pilsner Gymnasiums trat er am 27.09.1908 in das Stift Tepl ein. Nach dem Studium der Theologie in Innsbruck wurde er am 27.07.1913 zum Priester geweiht. Er studierte dann noch vier Jahre Latein und Griechisch und ging 1917 als Lehrer an das Pilsner Gymnasium. Nach Aufhebung der Schule durch die Prager Regierung war H. Walter zunächst in Graslitz, dann in Komotau und schließlich als Religionsprofessor am Gymnasium in Karlsbad tätig. Aus gesundheitlichen Gründen trat er 1935 vorzeitig in den Ruhestand und wurde 1937 zum Prior des Stiftes Tepl ernannt. Prior Hieronymus unterhielt während des 2. Weltkrieges mit eingerückten Mitgliedern des Stiftes Tepl einen regen Briefwechsel und munterte sie immer wieder auf. Nach dem Kriegsende wurde Prior Hieronymus zunächst 6 Monate im Stift Tepl interniert und war von Februar bis November 1946 zusammen mit H. Prälat Möhler im Egerer Landgerichtsgefängnis eingesperrt. Während dieser Zeit musste er in der Fahrradfabrik Hartes arbeiten. In diesen Monaten gab er anderen Mitgefangenen aber immer wieder Halt und Mut, er betreute auch 12 vom Egerer Volksgericht zum Tod verurteilte Menschen und begleitete sie auf dem letzten Gang. Von November 1946 bis April 1948 war H. Walter bei den Egerer Schwestern und hielt für die zurückgebliebenen Deutschen Gottesdienst. Seit April lebte er im Kloster Speinshardt, wo er am 15.09.1954 plötzlich verstarb. 



Wanka, Helmut,

kam am 04.03.1946 in Plan zur Welt. Als er zwei Monate alt war, wurde die Familie aus der Heimat vertrieben. In Herborn besuchte Helmut Wanka nach der Grundschule die Handelsschule und absolvierte eine Lehre zum Verwaltungsangestellten. Am Abendgymnasium in Mainz holte er sein Abitur nach und studierte Philosophie und Theologie an der Hochschule der Jesuiten in Frankfurt, danach an der Universität in Innsbruck. Dort machte er auch sein Examen. Die weitere Ausbildung erhielt Helmut Wanka am Priesterwerk der Diözese Limburg. Am 19.04.1975 wurde er im Kaiserdom in Frankfurt zum Priester geweiht. Die Nachprimizfeier fand beim St.-Anna-Fest am 27.07.1975 in Mähring statt. Einige Jahre war Pfarrer Wanka als Seelsorger tätig, bevor er Personaldezernent beim Bischöflichen Ordinariat in Limburg wurde. 1994 wurde er zum Domkapitular ernannt, 2010 zum Prälat.

 

Weidl, Josef,

geboren am 06.06.1889 in Plan, war von 1909 bis zur Vertreibung 1945 ununterbrochen Lehrer an der Planer Volksschule. Er unterrichtete auch an landwirtschaftlichen und gewerblichen Fortbildungsschulen und war vorübergehend auch an der Staatsrealschule in Plan tätig. Josef Weidl war geprüfter Buchwart und Bibliothekar für Volksbüchereien. Als solcher machte er sich um den Ausbau der Planer Stadtbücherei besonders verdient. Seit 1931 war Weidl Leiter beider Fortbildungsschulen in Plan, seiner Verdienste wegen wurde er 1935 zu ihrem Direktor ernannt. Nach der Vertreibung erhielt Weidl eine Lehrerstelle an der Volksschule in Schöllkrippen/Ufr., bald auch deren Leitung, aber schon am 18.05.1948 machte der Tod seinem Erzieherleben ein Ende.



Weinert-Wilton, Louis,

hieß eigentlich Alois Weinert und wurde am 11.05.1875 in Weseritz geboren. Nach seiner Schulzeit besuchte der die k.u.k. Militärakademie in Pola (heute Pula am südlichen Zipfel von Istrien). Aus gesundheitlichen Gründen musste er die Akademie jedoch verlassen und ließ sich mit seiner Familie in Prag nieder. Dort wirkte er ab 1901 als Redakteur beim Prager Tagblatt, später als Chefredakteur des Prager Abendblattes. Von 1921- 1936 war er kaufmännischer Leiter des „Neuen deutschen Theaters“ in Prag. Bereits 1929 hatte Weinert unter seinem Autorennamen seine ersten beiden Kriminalromane veröffentlicht. Ab 1936 lebte er als freier Romanschriftsteller und schreib weitere Krimis, die meistens im Londoner Milieu spielten. Weinert starb 1945 in einem tschechischen Lager für Deutsche in Prag. Seine Kriminalromane wurden noch bis in die 80er Jahre weiter veröffentlicht und sogar verfilmt, z.B. 1963: "Die weiße Spinne", nach dem 1929 erschienenen Roman mit Joachim Fuchsberger und Karin Dor; ebenfalls 1963: "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" nach dem 1930 erschienenen Roman "Königin der Nacht", mit O.W. Fischer und Karin Dor.



Weiß, Johann Baptist, 

geboren am 12.12.1801 in Plan, besuchte in seiner Heimatstadt die Volksschule, danach das Gymnasium in Eger. 1820 ging er nach Wien, wo er nach Ablegung eines philosophischen Lehrkurses im Oktober 1823 als Buchhalter in den Staatsdienst eintrat. In relativ kurzer Zeit hatte er sich empor gearbeitet und wurde 1839 zum Rechnungsrat bei der Hofkriegsbuchhaltung ernannt. Doch bereits 10 Jahre später ließ er sich in den Ruhestand versetzen, um mehr Zeit für seine schriftstellerische Arbeit zu haben. Schon 1830 hat er den „Österreichischen Volksfreund“ herausgegeben. 1837 übernahm er die „Eipeldauer Briefe“, die er unter dem Titel „Briefe des Hans Jörgel aus Gumpoldskirchen an seinem Schwager Maxel in Feselau“ auflegte. Die im Dialekt geschriebenen „Briefe“ waren von derbem Humor. Er schrieb darin vieles, was man in Schriftdeutsch nie gewagt hätte. Der „Hans Jörgel“ war eine Kultzeitung und das populärste Blatt der damaligen Zeit. Doch Weiß hatte mit den Briefen auch so manchen Ärger, schließlich stellte er Ende 1848 die Herausgabe ein. 1849 gründete er die „Oesterreichische Volkszeitung“ und gab von 1850-1854 die „Wiener Briefe“ heraus, die sich wie der „Hans Jörgel“ schnell großer Popularität erfreuten. Doch auch mit diesen Briefen eckte er bald an und so zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Johann Baptist Weiß verstarb am 19.03.1862 in Speising an der „Allgemeinen Wassersucht“ und wurde am 21.03. auf dem dortigen Friedhof beerdigt. An der Universität in Wien ist im November 2008 eine Diplomarbeit von Monika Schreiber mit dem Titel „Johann Baptist Weiß und sein „Hans-Jörgel“ (Zur Geschichte einer Wiener Zeitschrift in den Jahren 1837-1850 mit besonderer Berücksichtigung des Revolutionsjahres 1848)“ erschienen.    

 

Wenig,  Johann,  Dr. theol.,

kam am 11.08.1826 in Neudorf bei Kuttenplan zur Welt. Als Pater des Jesuitenordens studierte er Theologie am Jesuiten-Kollegium in Südfrankreich, seine Promotion erfolgte an der Universität in Löwen (Leuven in Belgien). 1852 wurde er zum Priester geweiht, 1854 war er Professor am bischöflichen Gymnasium in Linz. 1857 erhielt er eine Professur für Archäologie und orientalische Sprachen an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. Drei Mal war er Rektor dieser Hochschule. Pater Wenig beschäftigte sich in den letzten Lebensjahren mit der Abfassung einer arabischen Grammatik, erregte aber auch mit einigen philosophisch-theologischen Schriften großes Aufsehen. Pater Dr. Johann Wenig starb am 25.10.1875 in Innsbruck.
 

Wenig, Wenzl,

wurde am 05.04.1874 in Heiligenkreuz geboren und besuchte dort die Volksschule. Seinem Lehrer Josef Stingel, Pfarrer in Heiligenkreuz, fiel der Fleiß und Lerneifer des Jungen auf und so empfahl er den Besuch des Gymnasiums in Eger. Nach der Matura trat Wenzel Wenig  bei den Redemptoristen ein. 1898 hielt er nach seiner Priesterweihe das erste Messopfer in der St. Alfonsiuskirche in Leoben/Steiermark. Als Priester und Missionar ging er dann nach  Odense/Dänemark, wo er eine neue Niederlassung einrichtete. Jahre später missionierte er in Polen. Nach langen Jahren kehrte er dann wieder nach Grulich zurück. Anlässlich eines Besuches im Elternhaus in Heiligenkreuz hielt er sich auch in Plan auf. Dort erfuhr er vom Plan der Gräfin Nostitz, St. Anna an deutsche Klostergeistliche zu übergeben. Sie stimmte schließlich dem Plan einer Niederlassung der Redemptoristen zu, und Pater Wenig erhielt alle Vollmachten, den Kauf abzuschließen. Das Kloster konnte jedoch nur durch großzügige Unterstützung des damaligen Abtes Helmer vom Stift Tepl und des Fürsten Löwenstein aus Haid erbaut werden. Aber auch viele Bürger spendeten, damit das Kloster und ein Priesterseminar entstehen konnten. Pater Wenig wurde dessen Direktor. Mitte Dezember 1932 ging Pater Wenig wieder einmal auf Mission, diesmal nach Kostental in Oberschlesien. Dort verstarb er am 02.01.1933 völlig überraschend. Pater Wenig hatten den Wunsch geäußert, einen Friedhof unter den Linden am St.-Annaberg anzulegen. Nun fand der dort als erster seine letzte Ruhestätte.



Wittmann, Fritz, Dr.

wurde am 21.03.1933 in Plan geboren. Nach der Vertreibung besuchte er das Gymnasium in Ingolstadt und studierte Rechtswissenschaft an der Universität in München. Von 1960 bis 1961 war er Assistent am Lehrstuhl für Völkerrecht, danach Richter am Landgericht in München. Ab 1963 war Fritz Wittmann als Referent des Ministers im Bundesjustizministerium tätig. 1964 wurde er an der Universität in München promoviert. 1967 kehrte er aus Bonn nach München zurück und arbeitete im Bayerischen Sozialministerium. 1971 wurde er Ministerialrat und auch Mitglied im Deutschen Bundestag. Fritz Wittmann war auch Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. Bei einer Reservisten-Übung kam es zu einem tragischen Unfall, bei dem Dr. Fritz Wittmann schwer verletzt wurde. Nicht nur in der Politik war Fritz Wittmann aktiv. Von 1994-1998 war er Präsident des Bundes der Vertriebenen, er war Initiator und über viele Jahre Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung sowie Stellvertretender Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft.



Wuschek, Anton F.,

kam am 18.08.1922 in Langenradisch zur Welt. Er besuchte das Staatsrealgymnasium in Plan und das Gymnasium in Asch. Dort machte er auch Matura. Im 2.Weltkrieg diente er als Leutnant in Italien und kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung studierte er Rechtswissenschaft an der Universität in München und schloss mit einem Prädikatsexamen ab. Von 1952 -1954 leitete er die Außenstelle der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Bonn und wurde zum ständigen Vertreter des damaligen Bundesvorsitzenden Rudolf Lodgman von Auen. Seine guten Englischkenntnisse kamen ihm bei Sondierungsgesprächen mit Persönlichkeiten der amerikanischen Politik sehr zugute. 1953 gründete er das „Sudeten Bulletin“, das erste englischsprachige Organ der Sudetendeutschen Landsmannschaft, das bis 1973 als „Central Europe Journal“ erschien. Lange Jahre gehörte Wuschek dem Landesvorstand der SL Bayern, dem Bundesvorstand und der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft an. In München trat er in den Justizdienst ein, war Staatsanwalt und Richter und wurde schließlich zum Vizepräsidenten des Oberlandesgerichtes in München ernannt. Ab 1955 war Anton Wuschek als einer der Mitbegründer des Sudetendeutschen Archivs auch dessen Vorsitzender. Zahlreiche Veröffentlichungen sind unter seiner aktiven Beteiligung erschienen. Er war außerdem im Vorstand des Hauses des Deutschen Ostens und übernahm nach dem Ausscheiden Prof. Bosls das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Große Verdienste hat sich Anton Wuschek auch innerhalb der Sudetendeutschen Stiftung erworben. Als Mitglied des Kuratoriums und Vorsitzender des Bauausschusses der Stiftung wurden ihm die Planung und Vorbereitungen für den Bau des Sudetendeutschen Hauses in München übertragen. Als Vorsitzender der Stiftung Richterheim in Fischbachau (heute Tagungshotel) hat Wuschek den Ausbau dieser Erholungsstätte durchgeführt. Außerdem war er auch Kuratoriumsmitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste und Mitglied des Kuratoriums der Rudolf-Lodgman-Stiftung. Mit nimmermüdem Einsatz füllte er seine vielen Ehrenämter aus. Er verfügte über ein umfangreiches Wissen, konnte zuhören und blieb selbst in schwierigen Situationen immer fair. Nach schwerer Krankheit verstarb er am 17.11.1990.



Zeschick, Johannes, Dr. phil., OSB,

wurde am 10.03.1932 in Weseritz geboren und auf den Namen Alois Zeschick getauft. Nach der Vertreibung kam Alois Zeschick als 15jähriger nach Rohr/Ndb. Dort besuchte er das Johannes-Nepomuk-Gymnasium der Braunauer Benediktiner in Rohr. Nach dem Abitur trat er in das Kloster ein und erhielt den Ordensnamen Johannes. 1960 wurde er zum Priester geweiht. Ein zweites Studium folgte, diesmal Geschichte und Anglistik, das er mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss. Von 1967 – 2000 unterrichtete Dr. Johannes Zeschick am Rohrer Gymnasium Englisch, Geschichte und Religion. 1974 wurde er zum Prior des Klosters ernannt, 1984 übernahm er das Amt des Cellerars, also des Wirtschaftsbeauftragten. 1988 wurde er schließlich zum Abt des Benediktinerklosters Braunau in Rohr gewählt. In seine Amtszeit fallen die Erweiterungen der Schule sowie die Generalsanierung der Klosteranlage. Nach den Statuten der Benediktiner sollte ein Abt mit der Erreichung des 70. Lebensjahres sein Amt niederlegen. Das tat auch Dr. Johannes Zeschick im Jahr 2002. 1999 wurde Abt Johannes für sein „herausragendes Wirken als Seelsorger im Kloster und Gymnasium Rohr“ und als „Botschafter für die Belange der Sudetendeutschen“ mit dem Bundesverdienstkreuz 1.Klasse ausgezeichnet, 2003 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden. Im Jahr 2010 konnte Dr. Johannes Zeschick sein Goldenes Priesterjubiläum feiern. Gesundheitlich schon angeschlagen, freute er sich aber über jeden Besucher des Festgottesdienstes in der wunderschönen Klosterkirche und beim anschließenden Empfang.



Zirwick, Hans,

geboren am 18.11.1897 in Schönbrunn bei Tachau, lebte seit 1922 in Plan. Er war gelernter Schriftsetzer, übernahm schon im Alter von 25 Jahren die Schriftleitung und Verwaltung der „Deutschen westböhmischen Stimmen“, die unter ihm als Zeitung der politischen Partei des „Bund der Landwirte“ mit den Beilagen „Westböhmische Heimat“ und „Der Feierabend“ sehr an Bedeutung gewann. Zirwick war der Initiator zur Gründung der Deutschen Landvolksdruckerei in Plan im Jahre 1923. Im gleichen Jahr gründete er auch den Deutschen Heimatverlag, in dem er die Zeitschrift „Deutsche Heimat“ herausgab, eine Monatsschrift der Sudetendeutschen für Literatur, Kunst, Heimat- und Volkskunde. In verhältnismäßig jungen Jahren begann Zirwick zu kränkeln. Ab 1936 musste er sich jeder anstrengenden Arbeit enthalten. Den Rest gaben ihm die Enttäuschungen nach dem Anschluss des Sudetengaus an das Reich, die Sorge um seinen in Kriegsgefangenschaft geratenen Sohn Ernst und die Vertreibung aus der Heimat. Es gelang ihm wohl, seinen Verlag unter Aufbietung der letzten Kräfte im Jahre 1949 in Weiden wieder aufzubauen, aber eine Lungen- und Rippenfellentzündung brachten ihm am 07.12.1949  im Alter von nur 52 Jahren den Tod. Was er in mehreren Kisten mühsam an Schriften und Entwürfen über die Grenze gerettet hat, ist ein Schatz heimatkundlicher Arbeit, deren Wert wohl erst später erkannt wird. Auf dem Friedhof der Stadt Weiden wurde Zirwick beerdigt.

 


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