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Löwenstein


Eine vor allem für Konstantinsbad wichtige Adelsfamilie ist die Familie Löwenstein-Wertheim-Rosenberg.

Als Gründer der Familie gilt Ludwig von Bayern, ein Sohn des pfälzischen Kurfürsten Friedrich I. aus dem Hause Wittelsbach  und der Hofdame Clara Tott.
Ludwig wurde am 29.09.1463 in Heidelberg  geboren und starb am 28.03.1523 in Löwenstein. Am 24.02.1494 erhob ihn der römisch-deutsche König Maximilian I. in den Reichsgrafenstand und Ludwig erhielt als persönliche Ausstattung die kleine Herrschaft Scharfeneck in der Rheinpfalz und das Kurpfälzische Amt Löwenstein (bei Heilbronn). Letzteres fiel 1510 unter württembergische Oberhoheit und auch Scharfeneck ging 1622 verloren. 1634 erhielt es jedoch der Familienzweig Löwenstein-Wertheim-Rochefort zurück. Bis 1803 blieb Scharfeneck der einzige linksrheinische Besitz der Familie. Ludwig III. (1530-1611)  heiratete eine Erbtochter aus dem Haus der Grafen zu Stolberg und Wertheim und so kamen die Grafschaft Wertheim am Main und weitere Gebiete in den Familienbesitz. Jener Ludwig hatte im Jahr 1597 eine Regelung erlassen, wonach alle Söhne gleich erbberechtigt waren. Das führte nicht selten zu erheblichen Spannungen und Problemen in der Ausübung der Regentschaft. Allerdings blieb der Besitz dadurch auch relativ kompakt.

Die Familie spaltete sich schließlich in 2 Hauptlinien. Es gab die katholische Linie der Löwenstein-Wertheim-Rochefort und die lutherische der Löwenstein-Wertheim-Virneburg. 1712 wurde die katholische Linie in den Fürstenstand erhoben, 100 Jahre später auch die protestantische Linie. Nachdem die Besitzung Rochefort (Belgien) verloren gegangen war, nannte sich die Familie Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, nach der Gemeinde Rosenberg (heute östlicher Neckar-Odenwald-Kreis). Die evangelische Linie nannte sich nach dem Verlust von Virneburg Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, nach der Gemeinde Freudenberg am Main, in der Nähe von Wertheim. Beide Linien existieren bis heute. Die Rosenberger Linie residiert in ihrem Schloss Kleinheubach und die Freudenberger in Kreuzwertheim.
Beide Linien hatten Besitzungen am Main, im Odenwald, in Böhmen, in der Pfalz, der Eifel, in den österreichischen Niederlanden und im Elsass. Diese lagen somit weit verstreut und sie waren auch nicht besonders groß. Nach 1803 wurde die Familie für die verloren gegangenen linksrheinischen Besitzungen mit anderen Besitzungen am Untermain entschädigt, doch nur 3 Jahre später wurden ihre Gebiete mediatisiert und den beiden Königreichen Bayern und Württemberg sowie den  Großherzogtümern Baden, Würzburg, Frankfurt und Hessen-Darmstadt zugeschlagen. Nach dem Wiener Kongress gab es die beiden Großherzogtümer Würzburg und Frankfurt bereits nicht mehr.  Seit dem 18. Jahrhundert besaßen die Löwenstein-Wertheim-Rosenberg auch umfangreiche Ländereien in Böhmen.

Wenden wir uns nun einigen Mitglieder des Hauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg zu:
Als Gründer der Linien Rochefort gilt Graf Johann Dietrich, der 1585 geboren wurde und 1644 starb. Sein Vater war Graf Ludwig III. von Löwenstein-Wertheim und seine Mutter Anna, Gräfin von Stolberg. Aus ihrem Erbe erhielt er die Herrschaft Rochefort im heutigen Belgien. Kurz nach Ausbruch des 30-jährigen Krieges konvertierte Johann Dietrich in Belgien zum katholischen Glauben und kämpfte auf Seiten der katholischen Liga. Nach den Bestimmungen des Vaters gehörte Johann Dietrich (seit 1621 katholisch) und seinem Neffen Friedrich Ludwig (weiterhin protestantisch) die Grafschaft Wertheim gemeinsam. Der Schwedenkönig Gustav Adolf hatte die Untertanen aber von den Pflichten gegenüber ihrem katholisch gewordenen Herren Johann Dietrich entbunden. Nach der von der Katholischen Liga gewonnenen Schlacht bei Nördlingen musste Friedrich Ludwig fliehen und Johann Dietrich wurde alleiniger Herrscher, die Grafschaft wurde katholisch. Nach den Beschlüssen des Westfälischen Friedens (1648) war jedoch  in jeder Herrschaft die Konfession mit Stand von 1624 verbindlich. Also wurde die Grafschaft wieder protestantisch. Graf Johann Dietrich war bereits 1644 verstorben und so regierte nun sein Sohn Ferdinand Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort (*1616, + 1672) zusammen mit seinem zurückgekehrten Cousin Friedrich Ludwig.

Ferdinand Karl zur Löwenstein-Wertheim-Rochefort hatte zusammen mit seiner Frau Anna Maria, geb. Gräfin von Fürstenberg insgesamt 14 Kinder. Der älteste Sohn war Maximilian Karl Albrecht zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort, der am 14. Juli 1656 in Rochefort (Belgien) geboren wurde. In kaiserlichen Diensten war er bereits 1686 Hauptmann der Leibgarde von Kaiserin Eleonore. 1704 wurde er Statthalter in der Oberpfalz und nach weiteren Stationen Administrator des Herzogtums Bayern.  Maximilian Karl wurde am 3. April 1711 durch Kaiser Joseph I. in den Fürstenstand erhoben. Kaiser Karl VI. erweiterte am 8. Januar 1712 dieses Fürstendiplom auf die gesamte eheliche Nachkommenschaft. 1712 bis 1716 war Fürst Maximilian kaiserlicher Prinzipalkommissar (kaiserlicher Vertreter) auf dem Reichstag in Regensburg. Ab 1717 war er Statthalter in Mailand, wo er auch am 26. Dezember 1718 starb. Dort wurde er beigesetzt, sein Herz ruht in der Gruft der Stiftskirche in Wertheim. Maximilian Karl hatte mit seiner Frau Polyxena Maria Khuen von Lichtenberg und Belasi 10 Kinder, wovon die Söhne bis auf Dominik Marquard zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort noch vor dem Vater verstarben.

Fürst Dominikus Marquard zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort wurde am 07.11.1690 in Wertheim geboren und war das neunte Kind. Am 28.02.1712 ehelichte er Christina Franziska von Hessen-Rheinfels und hatte mir ihr ebenfalls 10 Kinder. Nach dem Tod des Vaters erwarb der neue Fürst weitere Besitzungen, so die Gemeinde Kleinheubach, wo im Schloss Löwenstein der derzeitige Chef de Fürstenhauses lebt.  Außerdem erwarb er die Herrschaft Rosenberg, nach der sich die Familie nach dem Verlust von Rochefort nannte. Und er erwarb 1720 die Herrschaft Haid. Im Juli 1728 verstarb Christina Franziska im Alter von 40 Jahren nach einer Totgeburt. 10 Jahre später starb auch Dominik Marquard in Venedig, als er dort den Karneval besuchte. Er wurde in der Lagunenstadt bestattet, sein Herz ruht in der Gruft in der Stiftskirche in Wertheim.

Nachdem sein ältester Sohn Karl Thomas (*07.03.1714) Prinz von Löwenstein-Wertheim-Rochefort 1789 ohne männliche Nachkommen verstarb und auch die nächsten jüngeren Brüder und deren männliche Nachkommen bereits nicht mehr lebten, wurde  Dominik Constantin zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort Fürst. Er wurde am 16.04.1762 in Nancy als Sohn von Theodor Alexander, dem jüngsten Sohn von Dominik Marquard, und dessen Frau Katharina Luise Eleonore Gräfin zu Leiningen-Dagsburg, geboren. Er wuchs in seiner Geburtsstadt und in Straßburg auf, wo er auch eine Militärschule besuchte. Da sein Onkel ohne männliche Nachkommen blieb, war klar, dass Dominik Constantin den Fürstenthron besteigen wird. So setzte er sein Studium in Fulda fort und wohnte in Wertheim. Kurz vor seinem Tod bestimmte sein zwei Herren als Vormund für seinen Sohn, da dieser noch nicht volljährig war. Diese beiden Herren hatten aber zu dem Onkel ein gespanntes Verhältnis und so erhielt Dominik Constantin nur wenig Apanage. Bereits mit 18 Jahren heiratete er Maria Leopoldina Prinzessin zu Hohenlohe-Bartenstein, mit der er 9 Kinder hatte. Erst mir 25 Jahren erhielt Dominik Constantin mehr Unterhalt, der aber bei der Größe der Familie und dem nach Ansicht des Onkels luxuriösen Lebens auch schnell verbraucht war. Mit 28 Jahren hatte der Erbprinz bereits Schulden in Höhe von 78.000 Gulden. 1789 verstarb Fürst Karl Thomas  und Dominik Constantin wurde 4. Fürst von Löwenstein-Wertheim-Rochefort, ab 1812/13 Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Der Trauerfeier blieb er fern, er weilte in Belgien. Wenige Monate später erließ er einige Verordnungen, das war es dann aber auch schon. Seine Hobbys interessierten ihn mehr. Im Zuge der Säkularisation erwarb er Kloster Bronnbach (bei Wertheim), das bis 1986 im Besitz der Familie war. Nach dem Tod seiner Frau ehelichte Dominik Constantin 1807 Maria Crescentia von Königsegg-Rothenfels und lebte mit ihr in Frankfurt. Am 18. April 1814 verstarb er dort an Wassersucht.
Sein ältester Sohn und Nachfolger war Karl Thomas, geboren am 18.07.1783 in Schloss Bartenstein bei Schwäbisch Hall, das der Familie der Mutter gehörte. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Constantin wurde er zurnächst in Würzburg und dann am Hofe des Kurfürsten von Trier erzogen. Nach der Mediatisierung trat Karl Thomas in die Armee Österreichs ein, aus der er nach dem Tod des Vaters wieder ausschied und die Leitung des fürstlichen Hauses übernahm. Als sog. Standesherr ( Mitglied einer mediatisierten Familie, das weiterhin den Titel Fürst o.ä. führen durfte und gewisse Privilegien hatte)  hatte Karl Thomas je einen Sitz in den Kammern Badens, Bayerns, Hessens und Württembergs inne. Er überließ jedoch die politischen Aktivitäten lieber seinen Beamten und später seinem Sohn, Erbprinz Konstantin. Karl Thomas fühlte sich sehr dem österreichischen Kaiserhaus verbunden. Seine Frau, Sophie Gräfin zu Windisch-Grätz, stammte aus österreichischem Adel. 1840 zog Karl Thomas mit seiner Frau nach Wien. Er verstarb am 03.11.1848 in Heidelberg.

Erbprinz Konstantin, geb. am 28.09.1802 in Kleinheubach war das erste Kind von Karl Thomas und Sophie und der einzige Sohn. Er studierte unter anderem Philosophie, Geschichte und Staatsrecht und war ein Verfechter der „alten Ordnung“. Unter anderem  forderte er ein unabhängiges Gericht, das speziell für die mediatisierten Standesherren zuständig sein sollte. Seine konservative Haltung  sorgte immer wieder für Kritik beim Staatenbund und bei politisch fortschrittlichen Kreisen. Anfang der 30er Jahre übernahm Konstantin für seinen immer mehr auf Reisen befindlichen Vater die Verwaltung der Herrschaft. 1836 erwarb er die Kuranlagen von Bad Neudorf und die Moorgründe beim Alten Bad,  ließ den großen Teich anlegen und  Straßen bauen und den Kurpark bepflanzen. Um 1900 wurde Bad Neudorf nach seinem Gönner in Konstantinsbad umbenannt. Als Erbprinz Konstantin am 27.12.1838 im Alter von nur 36 Jahren in  Kleinheubach verstarb, war das für die Familien ein tiefer Einschnitt. Der Fürst kümmerte sich kaum noch um seinen Besitz, und Karl-Heinrich, der Sohn von Konstantin und seiner Frau Marie Agnes Prinzessin von Hohenlohe war erst 4 Jahre alt. Karl-Heinrich wurde am 21.05.1834 in Haid geboren. Nur wenige Monate nach seiner Geburt starb die Mutter und mit nicht einmal 5 Jahren war er Vollwaise. Sein Großvater kümmerte sich kaum um den Jungen  und dessen 3 Jahre ältere Schwester Adelheid. Um die Erziehung des nunmehrigen Erbprinzen kümmerte sich der Kulturhistoriker Alexander Kaufmann, der am fürstlichen Hof als Archivar arbeitete. Als 15 jähriger wurde Karl Heinrich nach dem Tod des Großvaters Karl Thomas Fürst und Chef des Hauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. 1854-1857 studierte er Jura und im Jahr 1859 schloss er in Offenbach die Ehe mit Adelheid Prinzessin zu Isenburg-Büdingen. Nur 12 Tage nach der Geburt der Tochter Maria Anna im Jahr 1861 verstarb die junge Mutter im Alter von 20 Jahren. 2 Jahre später ehelichte Fürst Karl Sophie Prinzessin von und zu Liechtenstein, mit der er 8 Kinder hatte. Fürst Karl war sehr fromm und so verwundert es nicht, dass er 1868 zum Vorsitzenden des „Zentralrates der katholischen Vereine Deutschlands“ und 1869 zum Präsidenten des „Deutschen Katholikentages“ wurde. 30 Jahre hatte er dieses Amt inne. Während des Kulturkampfes musste der Limburger Bischof Peter Joseph Blum Deutschland verlassen und fand Zuflucht  in Schloss Haid. Bischof Blum und sein Nachfolger, Bischof Dr. Klein, planten das Kloster der Hl. Hildegard von Bingen wiederzubeleben und fanden in Fürst Karl einen großzügigen Förderer. Ihm gehörten die Ländereien, auf denen das Kloster wieder errichtet wurde und er unterstützte den Bau und den Konvent auch finanziell. Seine älteste Tochter aus der ersten Ehe sollte Äbtissin werden, verstarb aber bereits am 2.7.1896. Ebenso wie das Kloster der Hl. Hildegard förderte der Fürst auch die Wiederbegründung des Klosters Maria Laach.
Im September 1899 starb auch die zweite Gemahlin von Fürst Karl und er entschloss sich 3 Jahre später auf einer Wallfahrt nach Lourdes als Laienmönch in ein Kloster einzutreten. 1909 wurde er gar zum Priester geweiht und nannte sich Pater Raymundus Maria O.P.. Seinen Titel und Ämter hatte er bereits seinem Sohn Aloys übergeben. 1920 wurde Pater Raymundus nach Köln versetzt, dort starb er auch am 8.11.1921. Seine letzte Ruhestätte ist im Kloster Engelberg am Main.

Die ältere Schwester von Fürst Karl war Adelheid, Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, geboren 1831, gestorben 1909. 1851 ehelichte Sie den entthronten König Miquel von Portugal. Aus dieser Ehe entstammten folgende Kinder:

  • Maria das Neves de Braganza, verheiratet mit Alfonso Carls de Borbón, (Oberhaupt der carlistischen Anwärter auf Spaniens Thron)
  • Miguel, Herzog von Braganza, in erster Ehe verheiratet mit Elisabeth von Thurn und Taxis (einer Tochter von Helene in Bayern), in zweiter Ehe mit seiner Cousine Maria Theresia von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (er lebte mit ihr in Kloster Bronnbach, verstarb aber in Wien und wurde in Bronnbach beigesetzt)
  • Maria Theresia von Braganza war die dritte Gemahlin von Karl Ludwig, Erzherzog in Österreich, ein Bruder von Kaiser Franz Josef. Sie war ihren Stiefkindern, darunter auch der spätere Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, eine liebvolle Mutter.
  • Maria José de Braganza, verheiratet mit Karl Theodor, Herzog in Bayern, ein Bruder der Kaiserin Sisi.  Beider Tochter Elisabeth ehelichte den belgischen König Albert und ist die Großmutter von König Baudouin und König Albert von Belgien und der verstorbenen Großherzogin Charlotte von Luxemburg. Ihre Tochter Maria Gabriella war die Gemahlin von Kronprinz Rupprecht von Bayern.
  • Adelgund, verheiratet mit Enrico von Bourbon-Parma.
  • Maria Anna, verheiratet mit Wilhelm IV. Großherzog von Luxemburg. Sie sind die Eltern der späteren Großherzoginnen Marie-Adelaide und Charlotte und die Großeltern von Großherzog Jean.
  • Maria Antonia von Braganza, verheiratet mit Robert, Herzog von Parma. Diese beiden sind die Eltern der späteren Kaiserin Zita und von Prinz Felix, dem Vater des späteren luxemburgischen Großherzog Jean (Enkel von Maria Anna)

Dieser kurze Ausflug zu Prinzessin Adelheid muss reichen. Er zeigt aber, dass ihre Kinder in die Fürstenhäuser von Belgien, Luxemburg, Habsburg und Bayern eingeheiratet haben.

Wie bereits erwähnt, hatte Fürst Karl noch zu Lebzeiten sein Fürstentum an seinen Sohn Aloys übergeben. Dieser wurde als 6. von 8 Kindern in der zweiten Ehe des Fürsten Karl 1871 in Kleinheubach geboren. Nach dem Besuch des Jesuitengymnasiums in Feldkirch absolvierte er ein Jurastudium. Schon früh kam er durch seinen Vater mit der katholischen Laienbewegung in Kontakt. Und er übernahm bereits in jungen Jahren Aufgaben in den Ersten Kammern von Württemberg, Hessen-Darmstadt, Bayern und Baden. Als Abgeordneter des Wahlkreises Trier gehörte er von 1907 bis 1918 dem Reichstag an. Doch seine Tätigkeit verlagerte er vor allem nach dem Zusammenbruch der Monarchie mehr und mehr zur katholischen Kirche. Er war seit 1898 Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholikentage und leitete 1905 auch den Katholikentag in Straßburg. Bis 1948 war er zudem Präsident des Internationalen Institutes für missionswissenschaftliche Forschungen und seit 1920 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 wurde die Arbeit in den kirchlichen Gremien beinahe unmöglich. Als 1934 sogar auf einem geplanten Katholikentag ein Treueeid auf das Dritte Reich geschworen werden sollte, verweigerte Aloys von Löwenstein dies und sagte den Katholikentag ab. Erst 1948 konnte ein Katholikentag wieder stattfinden, es war der letzte unter Aloys von Löwenstein. Danach übergab er die Präsidentschaft an seinen Sohn Karl Friedrich.

Aloys ehelichte am 27.09.1898 Josephine Kinsky, Gräfin von Wchnitz und Tettau (1874-1964). Aus der Ehe gingen 9 Kinder hervor. Aloys zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg verstarb am 25.01.1952 in Bronnbach.
Karl Friedrich wurde als drittes Kind am 08.02.1904 in Kleinheubach geboren. Wie sein Vater besuchte er das Jesuitenkolleg in Feldkirch, studierte dann aber neben Jura noch Philosophie. 1928 wurde er an Universität in Würzburg promoviert. Von 1933 bis 1938 war er Vorsitzender des Verbandes der Wissenschaftlichen Studentenvereinigungen Unitas. Obwohl er die extremen Auswüchse der Nationalsozialisten, vor allem die Rassentheorie kritisierte, trat er 1934 der SA bei. 1948 wurde er am 6.9. zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt und trat damit die Nachfolge seines Vaters an. Als Präsident engagierte er sich unermüdlich für Kirche und Papst und erwarb sich damit vor allem in der Zeit Adenauers großen Respekt. Schon vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil förderte er den interkonfessionellen Dialog und organisierte zusammen mit dem Präsidenten des evangelischen Kirchentags, Reinhold von Thadden-Trieglaff, die ökumenischen Begegnungen von Katkoliken und Protestanten. 1967 kam nach seiner Ernennung zum Mitglied des Weltlaienrates die NS-Vergangenheit Löwensteins ans Licht. Noch im gleichen Jahr trat er als Präsident des Zentralkomitees zurück.  Karl, Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg war mit Carolina dei Conti Rignon (1904-1975) verheiratet und Vater von 7 Kindern. Er starb am 23.08.1990 in Kleinheubach.

Sein einziger Sohn, Alois Konstantin, geboren am 16.12.1941 in Würzburg, ist der heutige Chef des Fürstenhauses. Zusammen mit seinen Schwestern wuchs er in Bronnbach auf und besuchte das Gymnasium in Miltenberg. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Würzburg arbeitete er bei einer Bank in den USA und später in Frankfurt. Wie sein Vater und Großvater bekleidet er mehrere Ehrenämter in katholischen Vereinen und Verbänden und ist im Verwaltungsrat einer Päpstlichen Stiftung.  Aus seiner 1965 geschlossenen Ehe mit Anastasia, geb. Prinzessin von Preußen, gingen 4 Kinder hervor. Der älteste Sohn Karl-Friedrich kam im Jahr 2010 bei einem Rennwagen-Unfall ums Leben.


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